Menschenhändler kassieren Schutzgeld am Straßenstrich Dortmund

In der Nordstadt ist ein blutiger Kampf um Schutzgeld am Straßenstrich entbrannt.
In der Nordstadt ist ein blutiger Kampf um Schutzgeld am Straßenstrich entbrannt.
Foto: videonews24.de

Dortmund.. Straßenstrich an der Ravensberger Straße schließen oder nicht? Gegner führen an: Ein Zusammenhang zwischen Nordstadt-Kriminalität und Strich ist nicht bewiesen. Aber Dr. Monika Hetmeier, Chefin der Nordstadt-SPD, sieht das anders: Längst sei rund um Strich, Bornstraße und Mallinckrodtstraße ein blutiger Kampf um Schutzgeld entbrannt.

Wie viel Schutz haben die zumeist osteuropäischen Straßen-Prostituierten noch zu verlieren, wenn die Stadt den offiziellen Strich an der Ravensberger Straße schließt und der Straßenprostitution samt Freiern stadtweit die rote Karte zeigt? In dieser Frage packt Dr. Marita Hetmeier, Vorsitzende der Nordstadt-SPD, jetzt aus.

Um das Blatt noch zu wenden und die Fraktionen im Rat dazu zu bewegen, den Straßenstrich zumindest auf Sparflamme weiter laufen zu lassen, führen Gegner der deutlich favorisierten Total-Schließung als Argumente ins Feld, ein Zusammenhang zwischen dem Ausufern der Prostitution und der Explosion der Kriminalität sei nicht erwiesen, und der offizielle Strich habe die Nordstadt für die Prostituierten und auch für die Bevölkerung sicherer gemacht. „Wer das glaubt“, schüttelt die SPD-Ratsfrau den Kopf, „glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.“

Auf dem Areal an Julius-, Mindener- und Ravensberger Straße hätten längst bulgarische Clans die Regie übernommen, berichtet die Chef-Nordstadt-Politikerin der SPD. „Ich habe mit Prostituierten gesprochen, die früher auf dem Straßenstrich anschaffen gingen, sich nun aber nicht mehr dorthin trauen“, berichtet Hetmeier. „Demnach kontrollieren bulgarische Menschenhändler inzwischen vollständig die Szene und haben Frauen, die für eigene Rechnung arbeiten, längst vom Straßenstrich vertrieben.“

Auch die illegale Prostitution (im jetzigen Sperrbezirk) sei fest in der Hand bulgarischer Menschenhändler. Als Beleg führt Dr. Hetmeier an: „In der Gronaustraße und auf der Bornstraße hat ein bulgarischer Zuhälter jüngst zwei türkische Frauen fast zu Tode geprügelt, weil er sie irrtümlich für Prostituierte hielt, die in seinem Revier anschaffen gingen, ohne Schutzgeld an ihn zu zahlen.“

Auf der Mallinckrodtstraße trügen rivalisierende bulgarische Clans ihre Revierkämpfe auf offener Straße mit der Schusswaffe aus. Vor wenigen Wochen, so Hetmeier, hätten kriminelle Zuhälter am Nordmarkt aus einem fahrenden Auto auf eine Prostituierte geschossen, die aus dem System der Zwangsprostitution aussteigen wollte. Dabei sei eine unbeteiligte Passantin schwer verletzt worden.

„Wir führen einen Kampf gegen die organisierte Kriminalität“, stellt die Nordstadt-Politikerin klar. „Mit Multi-Kulti-Romantik lässt sich dieser Kampf nicht gewinnen.“

 
 

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