Mehr Leih-Fahrräder für Dortmund trotz mäßiger Bilanz

Sabine Denninghoff
Foto: Knut Vahlensieck: Die Stadt Dortmund will zusätzlich 1000 Fahrräder anschaffen.
Foto: Knut Vahlensieck: Die Stadt Dortmund will zusätzlich 1000 Fahrräder anschaffen.
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. Unübersehbar stehen sie verteilt in der ganzen Innenstadt: die orangefarbenen Leih-Räder mit der Aufschrift „metropolrad“, besser bekannt als „metroräder“. Doch der Name musste verändert werden, weil der Handelsriese Metro seinen Markennamen schützen wollte.

Die Fahrräder sollen für eine neue Mobilität in der Stadt stehen - und den öffentlichen Nahverkehr ergänzen: Berufspendler können mit dem geliehenen Rad den letzten Kilometer von der Haltestelle bis zum Büro radeln, Besucher die Stadt erkunden.

Rund 2000 Ausleihen verzeichnet der Betreiber Nextbike im laufenden Jahr. Das Leipziger Unternehmen organisiert die Ausleihe für Metropolrad Ruhr. „Im letzten Jahr gab es von Juni bis Ende des Jahres insgesamt 1 746 Ausleihen“, so Nextbike-Sprecherin Mareike Rauchhaus. Unter der Woche sind die Räder im Durchschnitt pro Tour eine knappe Stunde unterwegs, am Wochenende sind es drei Stunden. Rauchhaus’ Fazit: „Das Metropolrad Ruhr rollt ordentlich in Dortmund.“

Jedes Rad weniger als dreimal im Einsatz

Ordentlich, aber noch stark ausbaufähig: Denn selbst wenn man die Wintermonate ausspart und nur März, April und Mai zugrunde legt, dann ist bei 2 000 Ausleihen und insgesamt knapp 300 Rädern jedes Rad weniger als drei Mal im Monat im Einsatz. Das klingt nicht nach einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Die Betreiber sind dennoch zuversichtlich, wollen das Netz der Radstationen sogar flächendeckend ausbauen. Spätestens in zwei Jahren will man in die Randbezirk. Alle 800 bis 1000 Meter soll es dann eine Station geben. Derzeit gibt es in Dortmund rund 30, überwiegend citynah.

Dieses Jahr sollen noch einmal 33 dazukommen, etwa am S-Bahnhof Germania in Lütgendortmund, am Mannheimplatz (Körne) oder am Körner Hellweg. Die Zahl der Räder soll sich bis 2012 auf 600 verdoppeln.

Christoph Bossmann und sein Team vom Dobeq-Fahrradservice wartet die Räder. „Anfangs kam es häufiger vor, dass Räder beschädigt oder gestohlen wurden“, sagt er. Jetzt habe sich die Lage verbessert.

Am Wochenende ganze Gruppen unterwegs

Täglich fährt Bossmann die Stationen an und stellt bei Bedarf Räder dazu. Besonders häufig muss er das am Bahnhofsbereich, rund um den Hansaplatz und im Kreuzviertel tun. „Unter der Woche haben wir schon Stammkunden, die mit dem Leihrad zum Bahnhof pendeln“, berichtet Bossmann. Am Wochenende sind oft ganze Gruppen mit den Rädern unterwegs. Ausleihrekord in Dortmund waren einmal über 150 Stück an einem langen Wochenende.

Metropolräder gibt es neben Dortmund noch in Bochum, Essen, Bottrop, Duisburg, Gelsenkirchen, Hamm, Herne, Mülheim und Oberhausen. Diese Städte hatten sich gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr unter Federführung des Ruhrverbandes 2009 an einem Wettbewerb für innovative Fahrradverleihsysteme des Bundesverkehrsministeriums beteiligt – und gewonnen. Die Metropole Ruhr hatte 2,3 Millionen Euro beantragt, damit die orangefarbenen Räder durchs Ruhrgebiet rollen können. Einnahmen aus dem Verleih und aus der Werbung auf den Fahrrädern sollen danach das System finanzieren.

Für Manfred Krüger-Sandkamp vom Kreisverband Dortmund-Unna des Verkehrsclub Deutschland (VCD) ist es noch zu früh zu beurteilen, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt. Das System ruhrgebietsweiter Radstationen begrüßt er allerdings ausdrücklich.