Mehr Festnahmen und verletzte Polizisten bei Dortmunder Nazi-Demo

DerWesten
Bei dem Versuch, rechte und linke Demonstranten in Dortmunds Nordstadt zu trennen, gab es zahlreiche Verletzte (42 Polizisten). Auch die Zahl der Festnahmen wurde nach oben korrigiert. Foto: WAZ FotoPool
Bei dem Versuch, rechte und linke Demonstranten in Dortmunds Nordstadt zu trennen, gab es zahlreiche Verletzte (42 Polizisten). Auch die Zahl der Festnahmen wurde nach oben korrigiert. Foto: WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Dortmunds Polizei korrigierte nach den Samstag-Krawallen in der Nordstadt die Zahl der Verletzten und Festgenommenen nach oben. Es habe 42 (statt 16) verletzte Einsatzkräfte gegeben. In Gewahrsam kamen 291 (statt 271), hauptsächlich „Krawall-Touristen“.

Noch am Samstagabend hatte Dortmunds Polizei in einer Pressekonferenz die „massiven Ausschreitungen gegen Polizisten“ im Zuge der Nazi-Demo durch die Nordstadt geschildert. Die dort angegebenen Zahlen wurden danach nochmals (nach oben) korrigiert. So kamen 291 Personen in das Gewahrsam, 20 mehr als zunächst angegeben. Davon wurden 261 Personen vorläufig festgenommen, weil sich der Verdacht einer Straftat ergeben habe. Die Tatvorwürfe: Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Lediglich 40 Personen stammen laut Mitteilung aus Dortmund. Die übrigen Festgenommenen kamen insbesondere aus Nordrhein-Westfalen, unter anderem aus Städten des Ruhrgebiets und des Rheinlands, aber auch aus Berlin, Hamburg und Stuttgart. 246 Festgenommene kamen aus dem linksautonomen Lager. 30 Personen wurden aus „Gefahren abwehrenden Gründen“ in Gewahrsam genommen. Unter den Festgenommen befanden sich keine Kinder, aber 70 Jugendliche, davon 11 unter 16 Jahren.

Die Anzahl der verletzten Polizeibeamten erhöhte sich von 16 auf 42. 26 Polizeibeamte seien aus Feuerlöschern besprüht und dadurch an Atemwegen und Augen leicht verletzt worden. Der bei dem Angriff auf einen Streifenwagen in der Haydnstraße schwer verletzte Beamte hat einen schweren Schock erlitten und ist weiterhin nicht dienstfähig.

Während die Behörde den Einsatz eines Wasserwerfers bestätigt hatte, wollte ein Sprecher die Verwendung von Pfefferspray gegen gewaltbereite Demonstranten nicht konkret bestätigen. Er gab nur an, dass dies von der Gegenseite eingesetzt worden sei. In zahlreichen Schilderungen im Internet gaben Augenzeugen jedoch an, dass auch Polizisten quasi „zurücksprühten“ und sich so verteidigten.

Kritik an dem Polizeieinsatz, die vorwiegend aus dem linken politischen Raum kommt, nimmt Dortmunds Polizeipräsident Hans Schulze laut Mitteilung sehr ernst: „Wir werden den Einsatz wie üblich nachbereiten. Strafrechtlich relevante Vorwürfe werden durch die Staatsanwaltschaft überprüft.“

Hans Schulze weiter: „Die öffentlichen Aufrufe, sich an Blockaden zu beteiligen, haben nicht nur friedliche Bürger, sondern auch so viele gewaltbereite linke Autonome nach Dortmund gelockt wie nie zuvor. Eine derartige Ansammlung von Aggressivität, Gewalt und Bewaffnung, die sich gezielt gegen Polizeibeamte richtete, hat es in Dortmund noch nicht gegeben. Noch nie sind so viele Dortmunder Polizisten bei Demonstrationen durch Gewalttäter verletzt worden. Es müssen neue andere Wege gefunden werden, sich mit Rechtsextremen auseinanderzusetzen.“