Mario Krüger in der Berufung erfolgreich

Dortmund. Richterin Brigitte Landwehr sprach Mario Krüger, Fraktionsvorsitzender der Dortmunder Grünen, am Donnerstag vom Vorwurf der Sachbeschädigung frei und hob damit das im April dieses Jahres am Amtsgericht ergangene Urteil auf.

Krüger war beschuldigt worden, im Juli vergangenen Jahres ein Wahlplakat der MLPD entfernt und beschädigt zu haben. In erster Instanz war Krüger noch zu einer Geldbuße in Höhe von 1500 Euro verurteilt worden.

„Unterstelle keine böse Absicht“

Brigitte Landwehr, Vorsitzende Richterin am Landgericht, begründete ihre Entscheidung mit Zweifeln an dem Wahrheitsgehalt der beiden Zeugenaussagen. „Ich will ihnen keine böse Absicht unterstellen“, betonte Richterin Landwehr. Doch es wäre durchaus nachvollziehbar, dass sie falsche Schlüsse aus ihren Beobachtungen gezogen hätten.

Sie hätten am 26. Juli 2009 Mario Krüger, der gerade Plakate für seinen OB-Wahlkampf aufhängte, auf einer Leiter stehend neben einer Laterne vorgefunden. Am Fuß der Laterne hätten sie das Plakat der MLPD bemerkt – und dann Krüger mit dem beschädigten Plakat in Verbindung gebracht. So viel Fantasie hatte Amtsrichter Hartmut Kiskämper den beiden Zeugen nicht zugetraut.

Zeugen machten „denkbar schlechten Eindruck“

Das Duo wies Promillewerte von 1,4 bzw. 2,6 auf, als es Krüger damals antraf, und hinterließ auch am Donnerstag einen „denkbar schlechten Eindruck“ (Landwehr). Die Schlussfolgerung traute Landwehr ihnen dennoch zu.

Landwehr stimmte in ihrer Urteilsbegründung mit Krügers Anwalt Wilhelm Achelpöhler überein. Staatsanwältin Bettina Werner plädierte stattdessen wie schon vor dem Amtsgericht für eine Verurteilung Krügers.

 
 

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