„Männer gehen später zum Arzt“

Prof. Dr. Hans-Jörg Assion ist seit Anfang 2012 Ärztlicher Direktor der mit derzeit 415 stationären Betten und 115 Tages-klinikplätzen größten erwachsenen-psychiatrischen Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Assion ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, Geriatrie, Suchtmedizin und forensische Psychiatrie.
Prof. Dr. Hans-Jörg Assion ist seit Anfang 2012 Ärztlicher Direktor der mit derzeit 415 stationären Betten und 115 Tages-klinikplätzen größten erwachsenen-psychiatrischen Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Assion ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, Geriatrie, Suchtmedizin und forensische Psychiatrie.
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.. Seit Anfang des Jahres ist Prof. Dr. Hans-Jörg Assion Ärztlicher Direktor und zugleich Chefarzt der Allgemeinen Psychiatrie in der LWL-Klinik Dortmund. Sie zählt mit 415 stationären Betten und 115 Tagesklinik-Plätzen zu den größten psychiatrischen Krankenhäusern des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Der 48-Jährige ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ebenso Arzt für Neurologie, Geriatrie, Suchtmedizin und forensische Psychiatrie. „Zusatzbezeichnungen, die man in so einer großen Klinik brauchen kann“, sagt Prof. Assion.

Doch nicht nur als Arzt ist Assion vielseitig. Sein organisatorisches Talent schlug sich schon in den ersten fünf Monaten nieder: Er sorgte für eine Erweiterung des Therapie-Angebots, für mehr Psychotherapie und Offenheit gegenüber den Patienten. „Der Einbezug von Angehörigen und der Trialog sind mir sehr wichtig.“

Fachleute müssen ständig dazu lernen

Zudem rief der neue Chef neue Veranstaltungen ins Leben. „Heute müssen die Fachleute ständig dazu lernen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.“ Deshalb gibt es Fachsymposien, Diskussionsrunden und Vorträge, aber auch Lesungen und Kunstausstellungen.

Regelmäßig sprechen Fachleute für Patienten, Angehörige und interessierte Nicht-Betroffene über informative Themen. Wie am 5. Juni, den der Chefarzt für sich reserviert hat: Ab 19.30 Uhr geht es in der Tagesklinik in der Allerstraße um die „Bipolare Störung“ - eine Erkrankung, die bis vor wenigen Jahren noch „manisch-depressiv“ hieß.

Assion, Spezialist auf diesem Gebiet, informiert über Ursachen, Entstehung, Symptome, Behandlung und beantwortet Fragen. Zudem berichtet ein Betroffener über Höhen und Tiefen seines Lebens. Mit solchen Veranstaltungen will Assion die Klinik öffnen, Barrieren und Vorurteile abbauen.

Psychische Erkrankungen nehmen rasant zu

Psychische Erkrankungen nehmen rasant zu. Von daher auch die Wartezeit auf Bett oder Therapieplatz. Rund 7000 Patienten sind pro Jahr in der LWL-Klinik in Behandlung. „Auch bei uns sind Wartezeiten nicht immer vermeidbar. Aber Akut-Kranke werden natürlich immer sofort behandelt.“

Inzwischen sind die Kliniken Hombruch und Lütgendortmund in die Pflichtversorgung für ihre Stadtbezirke einbezogen, was die Lage etwas entzerrt.

Oft entsteht der Eindruck, dass mehr Frauen als Männer psychisch krank sind. „Das trifft bei der Depression zu, bei der Schizophrenie und Alkoholabhängigkeit sind aber die Männer in der Mehrzahl. Unterm Strich gesehen sind Frauen wie Männer gleich häufig betroffen.“ Aber: „Männer gehen später zum Arzt - manchmal zu spät! Ihnen fehlt das nötige Gesundheitsbewusstsein.“

Angebot für ältere Menschen wird gut angenommen

Sehr gut angenommen wird das Angebot für ältere Menschen in den Tageskliniken Brackel und Bergkamen. „Im Bereich des höheren Lebensalters ist ein Ausbau der Angebote in Zukunft erforderlich.“

Nicht immer, so der Arzt, sei die befürchtete Alzheimer-Krankheit der Grund für Vergesslichkeit. „Die Senioren kommen besorgt zu uns. Der Grund kann aber auch eine Depression sein“, so Assion. Mit Tests und einer Schichtaufnahme klärt sich die Ursache. Und nimmt die Ängste. Außerdem: „Moderne Medikamente müssen früh genug gegen Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden. Dann verzögert sich der Krankheitsverlauf.“

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