LWL-Direktor Kirsch fordert BVB-Trainer Klopp zum Rauchverzicht auf

Trainer Jürgen Klopp bei der BVB-Meisterfeier vor der Westfalenhalle in Dortmund am 15. Mai. Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool
Trainer Jürgen Klopp bei der BVB-Meisterfeier vor der Westfalenhalle in Dortmund am 15. Mai. Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool
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Dass sich BVB-Trainer Jürgen Klopp mal eine Zigarette anzündet, ist bekannt. Nun fordert ihn Dr. Wolfgang Kirsch als Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe auf, dem Glimmstängel abzuschwören. Als Vorbild solle Klopp Rauchern den Ausstieg aufzeigen.

Dortmund.. Im August 2009 und gerade im Oktober gab BVB-Coach Jürgen Klopp Interviews, die ihm nun vorgehalten werden. Damals sagte er der Bild-Zeitung: „Ich rauche nach dem Spiel heimlich eine in der Ecke. Mehr als ich sollte, aber weniger als ich könnte. So ganz komme ich von diesem Laster noch nicht los.“ Gefragt, ob seine Spieler sich eine Zigarette anzünden dürften, ergänzte der Trainer von Borussia Dortmund damals: „Nee, wehe ich erwische einen. Dann kriegt er mehr Probleme, als er sich erträumen könnte. Ich lasse mich auch nicht mit Zigarette fotografieren.“

Auch im Oktober 2011 gestand Klopp, der auf der Meisterfeier im Mai mit Sieges-Zigarre zu sehen war, in einem Playboy-Interview: „Ich rauche mehr, als ich sollte, weniger, als ich könnte. Die Spieler wissen natürlich, dass ich rauche, das lässt sich nicht vermeiden. Ich stelle mich nicht vor sie hin und stecke mir eine an. Wenn du heute einem Spieler einen Meisterzigarre in den Mund steckst, weiß der gar nicht, was er damit anfangen soll: saugen oder blasen?“

Nun hält ihm der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) diese Aussagen vor. Mit dem Versuch, die Debatte neu zu beleben, fordert Dr. Wolfgang Kirsch Raucher dazu auf, einmal im Jahr einen Ausstiegsversuch zu starten. Dabei richtet er sich mit einem Appell („Ausreden oder Entschuldigungen zählen nicht“) direkt an den BVB-Trainer: „Jürgen Klopp sollte als prominentes Beispiel möglichst viele Raucher zu einem regelmäßigen Abstinenzversuch animieren.“

Unterstützung für Nichtraucher von Profis

Hintergrund der Mahnungen sind die Erkenntnisse des Tabakentwöhnungsexperten Peter Lindinger, der bei einem Arbeitskreis der LWL-Koordinationsstelle Sucht als Referent aufgetreten ist. „Dessen Thesen zu regelmäßigen Abstinenzversuchen stoßen bei mir als überzeugtem Nichtraucher auf offene Ohren“, so Kirsch. „Wer es allein nicht schafft, kann sich bei der Entwöhnung Unterstützung von Profis holen. Jedenfalls: Nur Schwarzmalereien, Verbote und Volkshochschul-Infoabende bringen es offenbar nicht.“

„Kloppo“ und anderen Tabakrauchern rät er, anstelle kokett-augenzwinkernder Selbstkritik einmal im Jahr aus freien Stücken einen ernst gemeinten Ausstiegsversuch zu starten. „Wenigstens den Versuch zum Verzicht kann jeder jedes Jahr wieder machen.“

Für 2011 würde das, so meint Kirsch abschließend, dann langsam Zeit…

 
 

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