Lünen

„Ich gehe durch die Hölle“: Lünener traute sich wegen dieses Schriftzugs seit Wochen nicht mehr vor die Tür

Jürgen Duda traut sich seit Wochen nicht mehr vor die Haustür. Irgendjemand hat eine schlimme Drohung vor seine Haustür geschmiert. (Symbolbild)
Jürgen Duda traut sich seit Wochen nicht mehr vor die Haustür. Irgendjemand hat eine schlimme Drohung vor seine Haustür geschmiert. (Symbolbild)
Foto: imago/Thomas Eisenhuth

Lünen. Jürgen Duda (59) hatte Angst. Im Dezember schaute er aus seinem Fenster in Lünen-Süd, plötzlich prangte dort auf der Straße in großen, weißen Lettern der Schriftzug: „J. Duda verrecke endlich“. Wie der den Ruhr Nachrichten berichtet, gehe der ehemalige Bergmann seitdem „durch die Hölle.“

Seit dem 25. Dezember (1.Weihnachtstag) befand sich die Drohung vor seiner Haustür. Nach längerer Überlegung beschloss Jürgen Duda am 27. Januar Anzeige zu erstatten. Die Beamten versuchten vergeblich den Schriftzug zu entfernen, doch die wasserfeste Farbe ließ sich nicht lösen.

Nach mehr als einem Monat konnten Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe am Donnerstag die Beleidigung endlich entfernen. Doch zuvor durchlief Jürgen Duda ein Martyrium.

Schriftzug war über einem Monat zu sehen

Die Polizei Dortmund ermittelt in dem Fall: „Wir haben Ermittlungsansätze“, verrät einer Sprecherin gegenüber DER WESTEN. Zuständig für die Entfernung des weißen Lacks sei hingegen die Stadt beziehungsweise die Wirtschaftbetriebe Lünen.

Über einen Monat starrte Jürgen Duda auf den Schriftzug, ohne das etwas passierte. Zwischenzeitig wurde dieser nur durch leichten Schneefall überdeckt, ansonsten war er lange Zeit gut sichtbar.

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Anti-Graffiti-Gerät konnte nicht eingesetzt werden - bis jetzt

Doch warum blieben der bedrohliche Schriftzug so lange?

Normalerweise entfernen die Wirtschaftsbetriebe Lünen solche Schmierereien mit einem größeren Hochdruckreiniger.

Daher sollte ein sogenanntes Anti-Graffiti-Gerät zum Einsatz kommen. Mit Hochdruck werden Sandkörner auf die Fahrbahn gesprüht und können somit auch härteste Verunreinigungen entfernen. Die Düsen sind aber hochempfindlich und können bei Temperaturen um die Null Grad verstopfen.

Stadt nahm die Drohungen lange Zeit nicht ernst

Ein weiterer, wohl schwerwiegender Grund war, dass die Stadt von einer „wahllosen Schmiererei“ ausging. Dass es sich um eine handfeste Bedrohung gegen einen Anwohner handelt, sei erst Anfang der Woche klar geworden.

„Das hätte uns früher auffallen müssen und dann wären wir sicher auch schneller tätig geworden. Das ist nicht optimal gelaufen und wir bitten um Entschuldigung, dass es in diesem Fall bis zur Beseitigung so lange gedauert hat“, sagte Stadtsprecher Benedikt Spangardt

Die Stadt Lünen verspricht, dass die Kommunikation über den Vorfall intern aufgearbeitet werde.

 
 

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