Loch im Zaun – Erschlugen Zoo-Einbrecher Seelöwin Holly?

Hollys Gefährte Pedro (29) musste erst im Juni eingeschläfert werden.
Hollys Gefährte Pedro (29) musste erst im Juni eingeschläfert werden.
Foto: Archiv
Wie starb Seelöwin Holly? Das Tier lag am Freitag erschlagen im Gehege des Dortmunder Zoos – und die Polizei fand ein Loch im Zaun.

Dortmund.. Schreckliche Entdeckung am Morgen: Mitarbeiter des Dortmunder Zoos haben am Donnerstag Seelöwin Holly tot in ihrem Gehege gefunden. Das 21-jährige Tier hatte laut Polizei eine Wunde am Schädel. Eine Obduktion gab Hinweise auf ein mögliches Fremdverschulden.

Schlag auf den Kopf und fehlende Zähne

Zooangestellte hatten Holly gegen 8.45 Uhr kurz vor Öffnung des Zoos entdeckt. Aber ihre Hilfe kam zu spät – Holly war schon tot. Die Zootierärztin obduzierte das Säugetier und stellte fest: Das Tier starb offenbar nach einem Schlag auf den Schädel. Zudem fehlten drei Zähne. Die Medizinerin schließt auch einen stressbedingten Tod nach einer Misshandlung nicht aus.

Mitarbeiter fanden nachher in der Nähe des Geheges ein Loch im Zoo-Zaun. Möglicherweise haben sich Unbekannte in der Nacht zuvor Zutritt zum Zoo verschafft, vermutet die Polizei.

Zoo-Direktor Frank Brandstätter schließt aus, dass die Seelöwin durch ein heruntergefallenes Brett oder ähnliches getötet wurde. Als man dann auch noch in unmittelbarer Nähe des Robben-Geheges ein Loch im Zaun fand, rief der Zoo am Freitagvormittag die Polizei, die die Ermittlungen aufnahm. Sie muss nun klären, ob sich Unbekannte Zugang zu dem Gehege verschafft haben. Auch die Gründe eines möglichen Einbruchs sind noch völlig unklar.

Schon vor einer Woche wurden Einbrecher im Zoo entdeckt

Durch Hollys Tod erscheint ein weiterer Vorfall in einem anderen Licht: Bereits eine Woche zuvor waren Unbekannte in der Nacht in der Nähe des Robben-Geheges in den Zoo eingedrungen. Der Wachdienst des Tierparks hatte sie jedoch bemerkt und die Polizei gerufen. Als diese vor Ort eintraf, war die Gruppe jedoch schon wieder weg.

Hollys Tod ist ein schwerer Verlust für den Zoo: Die 21-jährige Seelöwin war der Star der täglichen Robbenfütterung, eine gute Zuchtmutter und eines der Werbegesichter des Tierparks. Ihr Jungtier, das im Juni geboren worden war, muss nun früher als geplant "Erwachsenen-Nahrung" fressen. Es wird nun an Fisch gewöhnt. Insgesamt leben im Dortmunder Zoo jetzt noch fünf Seelöwen. Nach dem Tod von Seelöwen-Bullen Pedro, der im Juni eingeschläfert werden musste, bleibt als "altes Eisen" jetzt nur noch Iva (21). Zudem leben zwei sechsjährige Seelöwen und ein Baby im Gehege.

Zoo, Stadt Dortmund und Polizei suchen Zeugen: Wer hat am 4./5. November Verdächtiges bemerkt? Hinweise bitte an die Polizei unter 0231/1327441. (we)

 
 

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