Lkw ganz runter von der B1 in Dortmund

Klaus Buske
Seit Februar 2008 stehen die Schilder, die den Lkw-Durchgangsverkehr auf B1 verbieten. Foto: Knut Vahlensieck
Seit Februar 2008 stehen die Schilder, die den Lkw-Durchgangsverkehr auf B1 verbieten. Foto: Knut Vahlensieck
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Dortmund. Sie lärmen nicht, machen sich aber wieder deutlich bemerkbar. Der Vorstand der Lärm- und Abgas-Schutzgemeinschaft B1-Initiative Dortmund e.V. bemängelt jetzt, dass erneut zu wenig von der Stadt getan wird, um B1-Anwohner von ansteigenden Lärm- und Schadstoffpegeln zu befreien. Auch über ein generelles Durchfahrverbot für Lkw auf der B1 müsse man nun nachdenken, so Volker Kreibich von der B1-Initiative.

Vom 6. auf den 7. Februar 2008 wurden die Schilder zwischen den Autobahnkreuzen Dortmund-West und Dortmund-Unna aufgestellt, die den Durchgangsverkehr auf der B1 zwischen 22 und 6 Uhr verbieten. Es folgten zwei großangelegte Kontrollen durch die Polizei. Das Ergebnis: ernüchternd. Drei Brummifahrer habe man bei der Kontrolle einen Verstoß gegen das Nachtfahrverbot nachgewiesen. Seitdem konzentriert sich die Polizei auf häufige Geschwindigkeitskontrollen, auch um den Lärm zu senken. Streifenbesatzungen kontrollierten auch immer wieder Lkw. Sünder gingen kaum ins Netz, denn für „Anlieger und Anlieferer“ gelte das Verbot im 75-km-Radius nicht. Ein Praktiker, der nicht genannt werden möchte: Das Verbot ist nahezu wirkungslos.

Die B1-Initiative sieht die Stadt in der Pflicht. Kreibich: Unsere Anwältin ist mit der Stadt im Gespräch. Es herrsche eine konstruktive Atmosphäre. Aber das ändere nichts an ständigen Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden an B1-Messstellen. Seit Herbst 2008 würden Lkw zwar an der Messstelle in Höhe Max-Eyth-Straße gezählt. Aber es fehle die Auswertung.

Streckenmaut kein Tabu

„Eine Streckenmaut für Lkw auf der B1 sollte kein Tabu mehr sein.“ Es sei nicht einzusehen, dass die „B1 als Schleichweg zur Mautumgehung“ genutzt werde.

Von Seiten der Stadt habe man stets auf den kommenden B1-Tunnel verwiesen, der „alles richten“ sollte. Durch das Aus für den Tunnel seien nun Politik und Verwaltung in Dortmund wieder gefordert. Kreibich zum Thema Abgasbelastung für die Anlieger: „Die Messwerte sind jenseits von Gut und Böse. Da muss von der Stadt was gemacht werden.“

Lärmemission und Flüsterasphalt

Kritisiert wird von der Initiative auch, dass ihr Vorschlag, die Lärmemission durchgängig durch Flüsterasphalt zu senken, nicht aufgegriffen worden sei. Ebenso wenig wie die Forderung nach Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der südlichen Fahrbahn der B1.

Die 1995 gegründete B1-Initiative existiert seit 1996 als Verein. Bis 2007 dauerten - letztlich erfolgreiche Klagen der Initiative - bis die Stadt Dortmund tätig wurde, um erste Schritte gegen Lärm- und Schadstoffe einzuleiten.