Live bei "Aktenzeichen XY" - Dortmunder Fall war Thema

Vor zwei Jahren überfielen Profi-Räuber einen Juwelier in der Nordstadt und schossen den Ladenbesitzer nieder - heute Abend hat der Fall deutschlandweite Bekanntheit erlangt: Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" brachte den Raub gegen 21 Uhr ins Fernsehen. Wir berichten aus München von der Sendung.

Dortmund/münchen. Aktualisierung 21.30 Uhr:

Ein brutaler Raub, meint Moderator Rudi Cerne im Anschluß an den Einspielfilm. Danach spricht er mitKriminalhauptkommissar Kai Oldenburg vom Dortmunder Kommissariat für Todesermittlungen (KK11).

Anfangs ging die Polizei von einer Beziehungstat aus, berichtet Oldenburg, doch das wurde schnell verworfen. Am Tatort fand die Polizei kaum Spuren von den Profi-Räubern - bis auf ein Pistolengriff-Teil, der bei den Schlägen der Räuber gegen den Juwelier abgefallen sein muss. Laut Oldenburg gehört er zu einer Pistole des Kalibers 7.65 mit Schalldämpfer. Vielleicht wurde die Waffe zur Reparatur gegeben, mutmaßt die Polizei.

Im Anschluss schildert Oldenburg die bisherigen Erkenntnisse der Polizei: Das Fluchtauto - ein BMW-Kombi - wurde in Castrop-Rauxel in der Amtsstraße gestohlen, am 21. Dezember 2011, zwei Wochen vor dem Überfall. Die Kennzeichen, die die Polizei später am stehengelassenen Wagen fanden, stammen von einem Auto aus Lüdenscheid im Sauerland. Die Kennzeichen wurden am Tag vor dem Überfall, dem 4. Januar, gesondertin der Kirchstraße gestohlen.

Hinweise können bei der Polizei Dortmund abgegeben werden: (0231) 13 27 999.

Aktualisierung 21.03 Uhr:

Jetzt ist der Dortmunder Fall dran. Wer jetzt nicht die Nordstadt erkennt: Nicht wundern, der Fall wurde nicht in Dortmund nachgespielt.

Aktualisierung 20.18 Uhr:

Die Sendung hat begonnen. Zur Erinnerung: Der Dortmunder Fall soll gegen 21 Uhr Thema werden.

Aktualisierung 20.10 Uhr:

In den Bavaria-Studios herrscht eine sehr angenehme Arbeitsatmopshäre - von Produktionsstress keine Spur. Mehrere Kriminalbeamte aus deutschen Städten sitzen im "Greenroom" zusammen und plaudern über die Branche. Ab 20.15 Uhr sind sie alle im ZDF zu sehen.

Produktionschef Martin Groß (54) ist ein Ruhrgebiets-Kind - ein Bochumer. "Aktenzeichen XY macht Sinn", sagt er über die Sendung, "das findet man im deutschen Fernsehen selten."

Das Studio ist ein traditionsreiches Studio: Auf den 600 Quadratmetern wurde schon "Dalli-Dalli" mit Hans Rosenthal und die Krimiserie "Derrick" gedreht - Horst Tappert hatte hier sein Kommissariats-Büro.

Aktualisierung 19.05 Uhr:

Im Studio an der ZDF-Straße beginnt gleich die heiße Phase vor der Sendung - ab 20.15 Uhr wird die Sendung live aus München ausgestrahlt. Der Dortmunder Fall dürfte gegen 21 Uhr laufen.

Aktualisierung 18.04 Uhr:

So kommen die Fälle in die Sendung: Meist bitten Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft um einen Beitrag über noch ungelöste Kriminalfälle. Voraussetzung dafür: Alle anderen Ermittlungsmethoden sind ausgeschöpft.

Nicht immer suchen die Fahnder über das ZDF einen unbekannten Täter. In etlichen Fällen fahndeten sie auch mit Namen und Fotos nach einem Straftäter. Dafür benötigt die Polizei das Einverständnis eines Gerichts.

Aktualisierung 16.47 Uhr:

Kriminalhauptkommissar Kai Oldenburg vom Kommissariat für Todesermittlungen (KK11) im Dortmunder Polizeipräsidium berichtet im Studio über den Fall. Er erfährt aus nächster Nähe, ob es für den Dortmunder Fall einen entscheidenden Hinweis gegeben hat.

Wer einen telefonischen Hinweis geben möchte, wird Polizeibeamte des Landeskriminalamtes Bayern am Telefon erreichen. Diese haben sich in die Dortmunder Ermittlungsakte eingearbeitet und sind wegen ihrer langjährigen Erfahrung in der Lage, Zuschauer- und Zeugenangaben zu bewerten und auch konkrete Fragen zu stellen.

Ihre Informationen leiten sie an die Dortmunder Polizei weiter, die neue Hinweise in die Ermittlungen aufnimmt. Die zwölf Zuschauertelefone sind bis 1.00 Uhr in der Nacht besetzt.

Aktualisierung 15.44 Uhr:

Der Filmbeitrag zum Dortmunder Fall dauert 9 Minuten und 20 Sekunden. Zu sehen ist der Beitrag über den brutalen Raubüberfall im Januar 2012 kurz nach 21 Uhr, wenn eine erste Zwischenabfrage über Zuschauerreaktionen am Telefon eingeholt worden ist. Der Dortmunder Fall ist eins von neun Themen - er wurde, wie alle Fälle, nicht am Originalschauplatz gedreht.

Aktualisierung 14.42 Uhr:

Unser Reporter hat sich aus München gemeldet.Das ZDF sendet Aktenzeichen XY nämlich nicht aus seiner Zentrale in Mainz, sondern aus dem Studio an der ZDF-Straße in Unterföhring bei München.

Dort sind am Dienstag erste Proben durchgeführt worden. Am heutigen Mittwoch befinden sich seit 13 Uhr alle an der Sendung beteiligten Personen für weitere Durchläufe im Studio. Eine große Redaktionssitzung auch mit Moderator Rudi Cerne hat es bereits vor mehreren Wochen gegeben.

Bericht von 03.21 Uhr:

Am 5. Januar 2012 hatten drei bis vier Männer ein Juwelier-Geschäft an der Borsigstraße überfallen. Sie schossen mehrmals auf den damals 48 Jahre alten Juwelier und verletzten ihn lebensgefährlich. Danach flüchteten sie mit einem gestohlenen BMW-Kombi, den sie jedoch nach wenigen hundert Metern stehen ließen und weiter zu Fuß flüchteten.

Zeugen sollen sich melden

Sollte die Polizei die Täter fassen, ist das Opfer der einzige Zeuge, der die Männer aus nächster Nähe gesehen hat - und in einem Gerichtsverfahren gegen sie aussagen müsste und sie anhand ihrer Statur wiedererkennen könnte.
Zeugen, die etwas gesehen oder generell Hinweise zu den Tätern haben, können sich bei der Polizei melden (Tel. 0231-132 79 99).Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt, sollten die Hinweise zu einer Festnahme führen.

Wir sind im Studio

Unser Redakteur Peter Bandermann ist heute Abend vor Ort und wird kurz vor sowie nach der Sendung über neue Hinweise und Erkenntnisse, die im Rahmen der Sendung aufgetreten sind, berichten.

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