Linke fürchten vor Dortmunder Nazi-Demo mehr rechte Gewalt

Kornelius Dittmer
Vor der Nazi-Demo zum „Antikriegstag“ am 3. September 2011 fürchten Dortmunds Linke mehr Gewalt von Rechts. Achivbild: Printz
Vor der Nazi-Demo zum „Antikriegstag“ am 3. September 2011 fürchten Dortmunds Linke mehr Gewalt von Rechts. Achivbild: Printz
Foto: PRINTZ.NET

Dortmund. Anti-Nazi-Aktivisten sind kurz vor der Nazi-Demo am 3. September besorgt – vor allem angesichts des Anstiegs rechter Gewalt. Die linken Bündnisse „Alerta!“, „Dortmund Nazifrei“ und „Dortmund stellt sich quer“ kritisieren die Polizei.

Die drei Bündnisse „Alerta!“, „Dortmund Nazifrei“ und „Dortmund stellt sich quer“ machen anlässlich des Anschlags auf die Gedenktafel für die Opfer des Kapp-Putsches auf die steigende Zahl der rechtsextrem motivierten Straftaten aufmerksam.

Allein zwischen 20. Juli und 12. August zählten sie neun Delikte, unter anderem Anschläge auf Büros von SPD und der Linken sowie auf Denkmäler, die an die Opfer der NS-Diktatur erinnern. Auch Mitglieder der Piratenpartei und der MLPD wurden Opfer von Rechtsextremen. Während in Brackel das Piraten-Mitglied sein Auto mit zerstochenen Reifen und dem Schriftzug des „Nationalen Widerstands“ beschmiert auffand, empfing ein bekannter Aktivist der MLPD sogar eine SMS, in der ihm und seiner Frau Gewalt angedroht wurde.

„Zum Ziel werden dabei all jene, die sich gegen Nazis engagieren“, so die Bündnisse die davor warnen, die Taten als provozierte Gewalt abzutun. Vielmehr zeige die neue Welle von Anschlägen, dass die rechte Politik vorwiegend auf Gewalt gegen Andersdenkende basiere.

Aber nicht nur die steigende Zahl von Angriffen macht den Dortmunder Bündnissen Sorgen: Bei ihrem Engagement gegen Rechtsextremismus im Dortmund fühlen sie sich von der Polizei nicht ausreichend geschützt. Als beispielsweise in der Nacht zum 29. Juli Antifaschisten in Wellinghofen mit Baseballschlägern, Steinen und Messern angegriffen wurden, hätten sich die eingetroffenen Beamten nicht mit allen verfügbaren Kräften der Verfolgung der Gewalttäter gewidmet. Vielmehr hätten sie sich auf die Aufklärung einer möglichen Sachbeschädigung durch die Opfer konzentriert. Sie sollen zuvor Plakate geklebt haben.

Es sollte selbstverständlich sein, die Priorität auf die Verfolgung rechter Täter statt auf die Kriminalisierung der Opfer zu setzen, fordern die Aktivisten. Die Rechtsextremen entkamen in besagter Nacht, obwohl Täterbeschreibungen und das Kennzeichen des Fluchtwagens vorlagen.

Vor der Nazidemo fordern die Bündnisse nun Polizei und Justiz auf, rechte Gewalt noch konsequenter als bislang zu verfolgen.