Dortmund

Wie Limp Bizkit in Dortmund einem ganz besonderen Fan den Abend seines Lebens ermöglicht haben

Limp-Bizkit-Sänger Fred Durst in Dortmund.
Limp-Bizkit-Sänger Fred Durst in Dortmund.
Foto: Jürgen von Polier

Dortmund. Sie sind da. Limp Bizkit spielen in der Dortmunder Westfalenhalle und etwa 9000 Gäste sind gekommen, um sie zu erleben.

Als die Band anfängt zu spielen, ergeben die Fans plötzlich eine menschliche Masse, die wie ein stürmisches Meer wirkt, mit Wellen, für deren Intensität Kapitän Durst verantwortlich ist. Doch auch er scheint sich von dieser Energie zu nähren.

Denn immer wieder sagt er vollkommen nahbar, wie dankbar er für diesen Abend ist und dass das alles ohne die Energie des Publikums nicht möglich wäre. Während er so extrem kraftvoll die ersten zwei Songs performt, gibt es die ersten Crowdsurfer - etwa nach dem vierten Song die ersten Sanitäter-Einsätze.

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Limp Bizkit in Dortmund: Fans feiern den Nu Metal im Circle Pit

Aber das ist Nu Metal. Hier mischt sich eine hin und wieder aggressiv feiernde Fangemeinde des Hip-Hop mit einer normalerweise eher harmonischen Fangemeinde des Metal. Diese Kombination kann offensichtlich eine extrem mächtige und teils zerstörerische Energie entfalten, wie die Band bereits beim Woodstock '99 erleben musste, wo Fans in Rage das Festival-Inventar zerstörten und Feuer legten.

In Dortmund bewegen die Fans wie Hip-Hopper die Hände von oben nach unten, rennen aber gleichzeitig im Circle-Pit im Kreis. Das alles zu Limp-Bizkit-Songs wie „My Generation“, „Rollin“ oder auch „Hot Dog“, aber auch zu Stücken von Rammstein, Snoop Dogg, Wu-Tang-Clan, Nirvana oder sogar den Metal-Gottheiten von Pantera.

Band bestätigt Legendenstatus

Metalfans mag das sauer aufstoßen, zumal Hip-Hop seit jeher erklärter Feind der Szene ist. Das wirkt ein wenig, als würde man einen Araber-Hengst mit einem Tanzbären kreuzen und die entstandene Kreatur beklatschen. Aber die Gäste in Dortmund haben riesigen Spaß und die Band beweist, dass sie sich Ihren Legendenstatus verdient haben. Insgesamt ein wirklich ordentlicher Auftritt, bei dem die Zuschauer bekommen haben dürften, was sie wollten. Vor allen Dingen aber ein Fan hat das bekommen.

Denn plötzlich sagt Fred Durst, dass Wes Borland für den Rest des Abends das Bier bezahlt.

Ein Fan darf mit Limp Bizkit „My Way“ auf der Bühne spielen

Borland entgegnet, dass das Bullshit sei, er aber einen Fan im Publikum gesehen habe, der auf ein Schild geschrieben hat, dass er gern „My Way“ spielen würde. Fred Durst findet das cool und so wird der junge Mann auf die Bühne gehoben, wo er sich in absoluter Glückseligkeit erst mal auf den Rücken legt und für eine winzige Sekunde diesen Moment genießt, von dem wohl noch seine Ur-Ur-Enkel erzählen werden.

Und er kann es. Tatsächlich bewegt er sich, als hätte er das nicht zum ersten Mal gemacht. Vor 9000 Fans dürfte das allerdings neu gewesen sein. Man kann sagen, dass er den Auftritt tatsächlich ordentlich gerockt hat. Und als der Song zu Ende ist, wirkt der Ersatzgitarrist einfach überglücklich und umarmt den Primär-Gitarristen Borland dreimal, der kurzzeitig Sänger geworden ist. Was für ein Abend.

 
 

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