Lieber in Dortmund investieren als für Stuttgart 21

DerWesten
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Dortmund/Frankfurt. NRW-Umweltminister Remmel hat Bahnchef Grube aufgefordert, ein Konzept für eine „effiziente Bahn in der Breite“ aufzulegen, „statt sich für Stuttgart 21 zu verkämpfen“. Der Ausbau des Schienenetzes in Dortmund leide darunter.

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat Bahnchef Rüdiger Grube aufgefordert, ein Konzept für eine „effiziente Bahn in der Breite“ aufzulegen, „statt sich für „Stuttgart 21“ zu verkämpfen“. Der Grünen-Politiker kritisierte in der „Frankfurter Rundschau“, dass viele wichtige Ausbaupläne für das Streckennetz nicht vorankämen, weil die Mittel in „Megaprojekten wie „Stuttgart 21““ gebunden seien. Er nannte etwa den Ausbau der Schienen-Knotenpunkte Köln und Dortmund sowie den Rhein-Ruhr-Express.

„Wir hätten sehr gerne die vielen Milliarden, die in Stuttgart in die Erde versenkt werden sollen“, sagte Remmel. Bei den NRW-Projekten bekomme man für das selbe Geld „zehn bis 20-mal soviel Verkehrsleistung und Klimaschutz“ wie bei „Stuttgart 21“.

Der Grünen-Minister hält Großprojekte grundsätzlich trotz der Stuttgarter Erfahrungen für durchsetzbar. Sie seien aber nur machbar, „wenn ihr ökonomischer und ökologischer Sinn den Menschen einleuchtet.“ Remmel forderte, die Bevölkerung während der Planung von Vorhaben viel enger einzubeziehen und bei langwierigen Großprojekten ein „nachgelagertes Bürger-Controlling“ einzuführen. Dies wäre eine Revisionsmöglichkeit, etwa im Fall von exorbitanten Kostensteigerungen. (dapd)