Kritik an ZOB-Umzug in die Dortmunder Nordstadt

Der ZOB in Dortmund soll von der Vorderseite des Hauptbahnhofs an den Nordausgang verlegt werden – um Platz fürs neue DFB-Fußballmuseum zu schaffen.
Der ZOB in Dortmund soll von der Vorderseite des Hauptbahnhofs an den Nordausgang verlegt werden – um Platz fürs neue DFB-Fußballmuseum zu schaffen.
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.. Den ZOB auf die Nordseite des Hauptbahnhofs Dortmund verlegen, um Platz fürs DFB-Fußballmuseum zu schaffen? Auf Gegenliebe stößt das nicht: Grüne, Linke und Planerladen fürchten eine Zusatzbelastung für die Nordstadt. Zudem müssten die Grünfläche versiegelt und Bäume gefällt werden.

Abgesang auf die Nordstadt? Mit den Plänen der Stadt, für den Bau des DFB-Fußballmuseums den Fernbusbahnhof (ZOB) von der Süd- auf die Nordseite des Dortmunder Hauptbahnhofs zu verlagern, mögen sich Grüne, Linke und Planerladen weiterhin nicht anfreunden.

Im Stadtentwicklungsausschuss des Rates stimmten Grüne und Linke dagegen, Planrecht für den ZOB-Ausweichstandort an der Steinstraße im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens - also ohne Umweltprüfung - zu schaffen. Beide Fraktionen lehnte jede Zusatzbelastung für die Nordstadt ab.

Die Grünfläche am Nordausgang des Hauptbahnhofs sei denkbar ungeeignet, so die Grünen, weil neue Fläche versiegelt und Bäume gefällt werden müssten.

Der ZOB Steinstraße schaffe eine weitere Absperrung für die Nordstadt, so die Linken. Zudem sei der nördliche Zugang zu DB- und Stadtbahngleisen nicht barrierefrei; betroffene Fernreisende müssen eine mehrere 100 Meter langen Umweg durch das Burgtor in Kauf nehmen.

Steinstraße schon genug von Verkehr, Lärm und Abgasen belastet

Auch der „Verein zur Förderung demokratischer Stadtplanung und stadtteilbezogener Gemeinwesenarbeit“ macht weiter Front gegen den Fernbusbahnhof an der mit Verkehrslärm und -abgasen eh schon hoch vorbelasteten Steinstraße. Das bereits langjährig existierende Provisorium eines gestalt- und gesichtslosen Platzes, der zur Hälfte als Baustofflager genutzt werde, halte mindestens noch acht bis zehn Jahre an.

In der Bürgerveranstaltung der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord habe Planungsamtsleiter Ludger Wilde laut Planerladen offen eingestanden, dass die Festlegung auf planerische Qualitätsziele durch politische Beschlüsse und strategische Konzepte zur Nordstadtentwicklung „vorerst außer Kraft gesetzt“ seien. Auch von dem radial-konzentrischen Freiraumsystem mit einer Grünachse, die am Bahnhof beginnt, nach Norden zeigt und wichtig ist für die Frischluftzufuhr, müsse man sich vorläufig verabschieden.

Warum zieht das Fußballmuseum nicht in die Nordstadt?

Die Frage, warum die Stadt die Chance ungenutzt gelassen habe, mit dem Bau des Fußball-Museums am Nordausgang Impulse für die weitere Nordstadtentwicklung zu geben, habe Wilde mit der Beteuerung beantwortet, der DFB habe keinen anderen Standort als die städtische Fläche südlich des Hauptbahnhofs akzeptiert. Inzwischen sei zu hören, dass das Beharren auf den südlichen Bahnhofsvorplatz der Lobbyarbeit der im City-Ring organisierten Kaufleute geschuldet sei.

Bei der Standortsuche für das DFB-Fußballmuseum hätten verkehrsfunktionale Gesichtspunkte eine überragende Rolle gespielt, kritisiert der Planerladen Dortmund. Die Schutzgüter Mensch, Umwelt und Städtebau seien erkennbar hintan gestellt worden. Zweifel daran, dass der zentrale Omnibusbahnhof eine zentrale innerstädtische Lage am Hauptbahnhof brauche, hätten die Vertreter der Stadt gar nicht erst aufkommen lassen.

 
 

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