Kritik an WLAN-Plänen für Dortmunder Innenstadt

Sven Sladek von der Piratenpartei möchte Freifunk, also freies W-LAN für alle.
Sven Sladek von der Piratenpartei möchte Freifunk, also freies W-LAN für alle.
Foto: MMDO
Der Dortmunder Anbieter Dokom21 plant ein WLAN für die City. Gratis sollen aber nur 30 Minuten sein. Dabei könnte es auch komplett kostenlos gehen.

Dortmund.. Flächendeckendes, kostenloses Internet für Dortmund verspricht die Stadtwerke-Tochter Dokom 21. Doch wirklich kostenlos sind nur die ersten 30 Minuten, danach werden für eine Stunde Surfen drei Euro fällig. An dem Projekt "WLAN-City" gibt es viel Kritik - wir stellen die Alternative vor.

Kostenloses WLAN ohne Anmeldung wäre auch jetzt schon möglich: Das Stichwort heißt "Freifunk". Die Städte Soest und Arnsberg machen es Dortmund vor. Hier ist es kein kommerzieller Internetanbieter, sondern die Stadt, Bürger und Geschäftsleute, die das möglich machen.

Arnsberg und Soest als Vorreiter

In Arnsberg haben die Anlieger der historischen Meile entlang des Steinwegs im April 70 Router aufgestellt, in Schaufenstern von Geschäften, in Lokalen und Privatwohnungen. Das Netz ist stabil, auch weil Freifunk über seine Router Internetanschlüsse der verschiedensten Provider zusammenschließt. Etwas mehr als 2000 Euro hat die Anschaffung der 70 Router gekostet - finanziert vom Verkehrsverein. Längst arbeitet die Stadt an einem Ausbau.

In Soest sind die Wirtschaftsvereinigung und das Stadtmarketing mit im Boot. Ihr Ziel ist es, 2015 in der City ein flächendeckendendes WLAN zu etablieren - komplett kostenlos, anonym und ohne Anmeldung für alle Nutzer. Die Kosten dafür: rund 5000 Euro. Die Größe der Soester Innenstadt entspricht ziemlich genau der Größe der Dortmunder City - die zu erwartenden Investitionskosten daher auch.

Freifunk-Anlauf in Dortmund

Doch statt auf Freifunk setzt man in Dortmund auf das nach 30 Minuten kostenpflichtige Angebot von Dokom 21, das eine Anmeldung erfordert. Bei Freifunk ist jederzeit kostenloser und anonymer Internetzugang möglich. Es gibt daher einen neuen Anlauf in Dortmund, ein Freifunk-Netz zu etablieren. Beteiligt daran sind der Chaostreff, der Verein Ping, einige Piraten, Einzelpersonen und der Wissenschaftsladen.

Ein Risiko gibt es dabei nicht mehr. Die Freifunker sind wie kommerzielle Internet-Provider von der sogenannten Störerhaftung ausgenommen. Die Freifunker versorgen übrigens auch die Flüchtlingsheime in Dortmund. Drei Router sind in der Adlerstraße untergebracht. Die Menschen können sich so mit Nachrichten aus der Heimat versorgen und Kontakt zu Familien und Freunden aufnehmen, sagt der Dortmunder Freifunker Sven Borchert.

Wer bei Freifunk mitmachen möchte, benötigt lediglich einen einfachen WLAN-Router. Diese Geräte gibt es schon ab 15 Euro.Das Besondere an Freifunk: Es gibt keine zentralen Rechner, sondern viele gleichberechtigte Router bilden gemeinsam das Freifunk-Netz.

Das sind die Internet-Hotspots von Dokom21: