Kritik an den Abläufen in Erstaufnahmeeinrichtung in Dortmund

Flüchtlinge an der Erstaufnahmestelle in Dortmund Hacheney.
Flüchtlinge an der Erstaufnahmestelle in Dortmund Hacheney.
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. 850 Menschen, wo Platz für maximal 350 ist. In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Hacheney herrscht Ausnahmezustand, seitdem immer mehr Flüchtlinge dorthin strömen. Doch nicht nur die Anzahl der Menschen, die dort Obdach suchen, führe zu Problemen. Die Organisation vor Ort sei ein Problem, findet Claus Schroeter vom Nationalen Netzwerk Seltener Krankheiten.

Schroeter, der sich für die Interessen von Flüchtlingen einsetzt, habe selbst kürzlich die Einrichtung in Hacheney besucht. „Dort habe ich den halben Tag lang in einer Warteschlange gestanden, in der alle Menschen standen, egal mit welchem Anliegen.“ Auch wer nur die Frage habe, wohin er sich wenden kann, müsste dort warten. Ebenso wie die Flüchtlinge. „Warum gibt es nur eine einzige Anlaufstelle?“, wundert sich Schroeter.

„Eine zentrale Anlaufstelle ist die beste Organisationsform“, meint Renate Walkenhorst, Sprecherin von European Homecare, das Unternehmen, das die Einrichtung führt. Mit geringerem Ansturm habe die Art der Organisation gut funktioniert. „Aber seit Anfang August laufen wir nun mal voll“, meint Walkenhorst. „Wir haben seitdem ohne Ende Personal aufgestockt.“

Alle Hände voll zu tun

Aus zunächst 25 Mitarbeitern in Hacheney seien nun 50 geworden, die dort, in Derne und in der Brügmann-Turnhalle im Einsatz sind. Die vielen Menschen müssten versorgt werden, bräuchten Essen, Trinken oder Hygiene-Artikel. „Die Mitarbeiter haben einfach alle Hände voll zu tun“, beschreibt Walkenhorst die Situation in Hacheney. Hinzu käme, dass bei den vielen Menschen, die dort zurzeit untergebracht seien, jeglicher Platz gebraucht werde. „Wir haben keine freien Räume mehr zur Verfügung“, betont Walkenhorst.

Ein weiterer Kritikpunkt sei gelöst worden. Vor allem Anwohner beschwerten sich, dass Toiletten außen fehlten, die Menschen ihre Notdurft sogar in den Gärten erledigten. Vor der Einrichtung sind nun beheizte Container mit Sanitäranlagen aufgestellt worden.

 
 

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