Kritik an Caterer Vitesca: So reagieren Dortmunder Einrichtungen

Die Vorwürfe gegen den Caterer Vitesca in der RTL-Sendung "Team Wallraff" haben auch in Dortmund für Unruhe gesorgt. In dem TV-Bericht wird der Essenslieferant wegen der Hygienebedingungen und Lebensmittelqualität kritisiert. Mindestens acht Dortmunder Einrichtungen wurden von der Großküche beliefert - die ersten ziehen bereits Konsequenzen.

Dortmund.. Umgehend reagiert hat die AWO-Tochter Dobeq, die bei ihren OGS-Angeboten an der Brechtener Grundschule und der Petri-Grundschule von Vitesca beliefert wurde. Man sei von dem Fernsehbericht "genauso schockiert wie Sie", heißt es in einem Infobrief der OGS-Brechten an die Eltern.

Ab sofort werde kein Essen von Vitesca mehr ausgegeben. Man habe umgehend für Ersatz gesorgt, betont Dobeq-Betriebsleiterin Ute Labs. Doch sie betont auch, dass man bislang mit dem Vitesca-Essen durchaus zufrieden war und keine Mängel festgestellt habe.

Jugendhilfe St. Elisabeth bereitet Wechsel vor

Das bestätigt auch Gudula Stroetzel für die Jugendhilfe St. Elisabeth, die in vier OGS-Einrichtungen Essen von Vitesca ausgibt. Man werde zum Ende des Schuljahres in zwei Wochen die Zusammenarbeit mit dem Caterer einstellen und einen Wechsel vorbereiten, kündigte sie an.

Die OGS an der Tremonia-Förderschule will die Essensversorgung auf Wunsch der Eltern kurzfristig selbst in die Hand nehmen. Auf einen Wechsel von Vitesca zu einem anderen Caterer laufen auch die Überlegungen im katholischen Familienzentrum St. Ewaldi in Aplerbeck hinaus.

So reagiert Caterer Vitesca

Erst im Januar, so Vitesca in einer ausführlichen Stellungnahme zur RTL-Sendung auf der Unternehmens-Homepage, habe die zuständige Lebensmittelüberwachung nach einer unangemeldeten Kontrolle die Noten gut und sehr gut vergeben. Die Vorwürfe des Wallraff-Teams weist das Unternehmen zurück und erklärt, wie es zu Fehl-Interpretationen der betrieblichen Vorgänge gekommen sein könnte. Darin heißt es unter anderem:


"Mit Entsetzen und Betroffenheit müssen wir feststellen, dass hier ein Zerrbild gezeichnet wurde, das die Realität in weiten Teilen auf den Kopf stellt."

Umsatz des Unternehmens extrem eingebrochen

Im weiteren Verlauf der Stellungnahme geht das Unternehmen auf verschiedene Kritikpunkte der Sendung ein. Erklärt zum Beispiel, wie der Eindruck entstehen konnte, dass abgelaufenes Putenfleisch benutzt wurde:

"Das Datum, das hier als das Mindesthaltbarkeitsdatum ausgelegt wurde, ist in Wirklichkeit unser eigenes Herstellungsdatum. Putenschinken wird bei uns im Haus vorbereitet und bis zur Verarbeitung vakuumiert."

Laut einem Bericht in der WDR-Lokalzeit Bergisches Land ist der Umsatz des Unternehmens seit Montag um 50 Prozent eingebrochen. So hat zum Beispiel die Stadt Iserlohn das Essen von Vitesca bis auf weiteres für alle Einrichtungen komplett gestrichen.

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