Kritik am Einsatz von Pfefferspray bei Dortmunder Anti-Nazi-Demo

Die Polizei trägt einen linken Gegendemonstranten von der Straße, der sich an einer friedlichen Sitzblockade beteiligt hatte. Foto: Knut Vahlensieck
Die Polizei trägt einen linken Gegendemonstranten von der Straße, der sich an einer friedlichen Sitzblockade beteiligt hatte. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.. Das linke Bündnis „Alerta!“ geht davon aus, dass bei den Demonstrationen gegen den Neo-Nazi-Aufmarsch am 3. September weit mehr Gegendemonstranten durch die Polizei verletzt wurden als bislang in Stellungnahmen veröffentlicht wurde.

„Alerta!“ beruft sich dabei auf Aussagen und Erfahrungen einer Ärztin und zweier Sanitäter, die dem Bündnis nahe stehen und eine größere Gruppe von Demonstranten permanent begleitet hätten. Demnach sei es zu einem massiven Einsatz von Pfefferspray durch die Polizei gekommen. Der Einsatz sei „unverhältnismäßig“ gewesen.

Sobald sich Personen der „Roten Zone“ in der Nordstadt genähert hätten, mussten sie damit rechnen, mit Pfefferspray angegangen zu werden, so das Bündnis. Durch den Einsatz dieses starken Reizstoffes sei in vielen Fällen die Situation eskaliert, heißt es.

Die Ärztin und die Sanitäter, die während des gesamten Tages die Erstversorgung der Demonstranten übernommen hätten, schränken ein, dass sie nur von Erfahrungen aus ihrem unmittelbaren Umfeld berichten könnten. Aber allein dort hätten mehr als 30 Demonstranten Verletzungen der Augen durch Pfefferspray erlitten. Eine Person habe durch Schläge blutende Verletzungen erlitten, mehrere Personen Schürfwunden bei Stürzen auf den Asphalt. „Alerta!“ und die zitierten Mediziner sehen in allen Fällen die Verletzungen als „direkte Folge polizeilicher Gewaltanwendung“.

„Ungezielter und flächendeckender“ Einsatz von Pfefferspray?

Das Bündnis kritisiert, dass die Polizei nicht nur Pfefferspray gegen für sie gefährliche Demonstranten eingesetzt habe, „sondern flächendeckend und ungezielt“ gegen alle, die sich den Sperrstellen näherten. Die Beamten hätten dabei keine Rücksicht auf die körperliche Unversehrtheit der Anwesenden genommen. „In mehreren Fällen seien auch auf dem Boden liegende oder flüchtende Demonstranten besprüht worden.“

 
 

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