Dortmund

Kriminelle Clans: Irre Zahl zeigt Dimension der Kriminalität in Dortmunder Nordstadt

So werden kriminelle Clans in NRW bekämpft

NRW-Innenminister Herbert Reul und Essens Polizeipräsident Frank Richter erklären die Strategie zur Bekämpfung der kriminellen Clans.

NRW-Innenminister Herbert Reul und Essens Polizeipräsident Frank Richter erklären die Strategie zur Bekämpfung der kriminellen Clans.

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Dortmund. 482 Jahre und acht Monate!

Das ist die Summe der zahlreichen Freiheitsstrafen, die zwischen Juni 2015 und Ende 2018 gegen Dutzende Köpfe der kriminellen Clans in Dortmund ergangen sind.

Kriminelle Clans in Dortmund und Gelsenkirchen: Krasse Zahl zeigt Kampf in Dortmunder Nordstadt

Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange dazu: „Im Kampf gegen Clans setzen wir auf Beharrlichkeit. Auch zukünftig werden wir mit aller Härte gegen diese kriminellen Strukturen vorgehen!“

Seine Gelsenkirchener Kollegin Anne Heselhaus-Schröer pflichtet ihm bei: „Bei der Bekämpfung der Clankriminalität geht es um verwandtschaftliche Verbindungen, die für kriminelle Machenschaften gezielt ausgenutzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Straftäter Libanese, Rumäne, Türke oder Deutscher ist.“

Doch schon jetzt präsentiert die Polizei im Kampf gegen kriminelle Clans in Dortmund und Gelsenkirchen Erfolge. Die Taktik der Nadelstiche zeige Wirkung, so Dortmunds Polizeipräsident. Im ersten Quartal 2019 kann die Polizei in diesem Bereich erneut auf sinkende Zahlen blicken, heißt es in der Mitteilung der Dortmunder Polizei.

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Die Gesamtzahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeiwache Nord ist im ersten Quartal um 15 Prozent gesunken. Waren es im Vorjahreszeitraum noch 3.244 Taten, so sank die Zahl 2019 auf 2.761.

Erfolgreiche Aufklärung in Nordstadt

Die Aufklärungsquote liegt bei 62,3 Prozent - und damit um knapp sieben Prozentpunkte über dem Durchschnitt bei der Dortmunder Polizei.

„Wir lassen in der Nordstadt mit unseren Bemühungen seit Jahren nicht locker", erklärt Lange. „Mit einem großen und kontinuierlichen Personaleinsatz ist es unser Ziel, deutlich zu zeigen: Für Straftäter ist hier kein Platz! Das Sicherheitsgefühl der Anwohnerinnen und Anwohner in der Nordstadt liegt uns am Herzen.“

Neben verstärkten Streifenkontrollen führte die Polizei in der Nordstadt auch regelmäßige Schwerpunktkontrollen zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität durch. Auch gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den extra für die Nordstadt zuständigen Staatsanwälten und eine eigene Ermittlungskommission „Nordstadt“.

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Zahlen belegen Einsatz gegen Clan-Kriminalität

2019 waren die Beamten in Dortmunds Nordstadt bei 75 Schwerpunkteinsätzen zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität aktiv. Das Resultat: 96 Strafanzeigen, 17 Festnahmen und 111 Ordnungswidrigkeiten. „Es geht darum, so viele Nadelstiche wie möglich zu setzen", so Gregor Lange. „Wir wollen aufzeigen: Wer sich nicht an Gesetze und Vorschriften hält, diese mit kriminellen Strukturen unterlaufen will, dem treten wir gemeinsam immer wieder auf die Füße.“

Ebenfalls positiv ist der Blick auf einzelne Zahlen der Kriminalitätsstatistik im Wachbereich Nord.

  • Straßenkriminalität: Rückgang um knapp 27 Prozent (Januar - März 2018: 792 Taten, Januar - März 2019: 581)
  • Gewaltkriminalität: 6,3 Prozent (2018: 174 Taten, 2019: 163)
  • Taschendiebstahl: 39,3 Prozent (2018: 122, 2019: 74)

Betäubunsdelikte nehmen zu

Gleichbleibend ist die Zahl der Raubüberfälle (30), leicht zugenommen hat die Zahl der Wohnungseinbrüche (2018: 34 Taten, 2019: 429)

Um knapp sechs Prozent sind die Zahlen im Bereich der Betäubungskriminalität gestiegen. 2018 waren es 424 Delikte, im diesjährigen Vergleichszeitraum 449. „Ein Beweis dafür, dass wir Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sehr ernst nehmen und nicht nachlassen in unseren Maßnahmen zur Bekämpfung der Drogenszene in der Nordstadt", erklärt der Polizeipräsident.

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Gelsenkirchen geht gegen „Raser und Poser“ vor

Auch Gelsenkirchen hat den Kampf gegen kriminelle Clans und ihr Gehabe intensiviert. Die Polizei Gelsenkirchen kontrollierte zusammen mit der Stadt, den Finanzbehörden und dem Hauptzollamt zahlreiche Gewerbebetriebe, wie zum Beispiel Shisha-Bars, Wettbüros und Spielhallen.

Außerdem gab es umfassende Verkehrskontrollen gegen „Raser und Poser" im Hafengebiet Graf Bismarck, sowie an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet.

Übergriff auf Café

23 Einsätze hat die Stadt im Bereich Clan-Kriminalität gefahren.

Am 12. Januar 2019 kam es beim zeitgleichen Einsatz in sechs Ruhrgebietsstädten auch in Gelsenkirchen zu Sicherstellungen von Fahrzeugen und Dutzenden Kilos Tabak. Auch Personen wurden festgenommen. (mehr dazu hier)

Vier Personen, die im Verdacht stehen, an einem brutalen Übergriff auf ein Café in der Neustadt beteiligt gewesen zu sein, konnten identifiziert werden. (die ganze Geschichte hier)

Keine Tumulte seit letztem Jahr

Tumultlagen habe es seit dem 6. Juli 2018 in Gelsenkirchen keine mehr mit Clanbezug gegeben.

 
 

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