Dortmund

Konsequent gegen Rechts - Neonazis in nächsten Zug gesetzt

Andreas Winkelsträter
Die Polizei Dortmund hat Samstagabend eine spontan angemeldete Kundgebung von Rechtsextremisten am Dortmunder Hauptbahnhof verboten. Die auswärtigen Neonazis durften den Bahnhof nicht verlassen, die Dortmunder wurden zu ihren Wohnungen von der Polizei begleitet.
Die Polizei Dortmund hat Samstagabend eine spontan angemeldete Kundgebung von Rechtsextremisten am Dortmunder Hauptbahnhof verboten. Die auswärtigen Neonazis durften den Bahnhof nicht verlassen, die Dortmunder wurden zu ihren Wohnungen von der Polizei begleitet.
Foto: Andreas Winkelsträter
Eine konsequente Linie fuhr die Polizei am Wochenende gegen Neonazis der verbotenen Vereinigung „Nationaler Widerstand“. Demos wurden verboten, ortsfremde Neonazis direkt wieder in den Zug gesetzt. Derweil haben offenbar Linksextremisten eine Straße mit gegen Nazis gerichteten Parolen besprüht.

Dortmund. Die Polizei hat auch am Samstag ihre konsequente Linie gegen Neonazis der verbotenen Vereinigung „Nationaler Widerstand“ fortgesetzt. Zwei angemeldete Demonstrationen wurden verboten. Derweil haben Linksautonome am Samstagmorgen gegen das Verbot des Antifa-Camps durch die Stadt bzw. gegen die Neonazis demonstriert. Die Veranstaltungen verliefen völlig friedlich. Ein Großaufgebot der Polizei war den ganzen Tag über in der Stadt präsent.

Vermummte besprühten Hauswand

Am Samstag meldete ein Mitglied der Piratenfraktion NRW bei der Dortmunder Polizei einen Demonstrationsaufzug mit Auftakt- und Zwischenkundgebungen an. Der Aufzug sollte vom Hauptbahnhof zur Rheinischen Straße 135 und von dort aus weiter zum Tremoniapark gehen. Anschließend zurück in die Innenstadt. „Dies konnte die Polizei aus Sicherheitsgründen nicht genehmigen“, so Polizeisprecher Manfred Radecke. Mit dem Anmelder sei ein alternativer Streckenverlauf vom Nordausgang bis zur Rheinischen Straße 135 vereinbart worden. Die Demonstration, an der rund 100 Menschen teilnahmen, verlief ohne Störungen.

Am Samstag kurz vor 8 Uhr hatten offensichtlich Linksextremisten die Wohnung von Dennis G. und seiner Familie aufgesucht. Dennis G. zählt zu den Köpfen der Autonomen Nationalisten. Mit Megafon skandierten die rund 15 Vermummten „Nazis raus“ und besprühten die Hauswand und die dortige Straße mit gegen Nazis gerichteten Parolen. Es wurden zudem Flyer verteilt, die mit einem Impressum „Antifaschistische Initiative Lütgendortmund“ versehen sind. Sofortige Fahndungsmaßnahmen der Polizei blieben erfolglos.

Demonstration in Eving wurde von der Polizei untersagt

Eine von den Neonazis für 10 Uhr angemeldete Demonstration in Eving wurde von der Polizei untersagt. Auch bei dieser Versammlung handelte es sich um den gleichen Anmelder, der Mitglied der durch den Innenminister verbotenen rechtsextremistischen Vereinigung war und dessen Versammlung am 24. August bereits verboten worden war.

So machten sich etwa 40 Neonazis aus Dortmund – in Begleitung der Polizei – vom Wilhelmplatz in Dorstfeld zu einer NPD-Kundgebung in Essen auf. Von dort fuhren sie weiter nach Wuppertal, wo ein Wuppertaler Neonazis eine Kundgebung angemeldet hatte, um Werbung für den Antikriegstag in Dortmund zu machen. Als ein 24-jähriger Mann aus Hamm dort reden wollte, wurde er von der Polizei zur Verhinderung weiter Straftaten in Gewahrsam genommen. Der 24-Jährige gehörte der verbotenen Kameradschaft Hamm an.

Folge: Die Rechten meldeten noch telefonisch eine Kundgebung in Dortmund gegen die Repressalien der letzten Tage an. Diese hat die Polizei ebenfalls verboten. Bundespolizei und Polizei zogen zur Durchsetzung des Verbotes starke Kräfte rund um den Bahnhof zusammen. Als rund 75 Neonazis kurz nach 21 Uhr auf Gleis 20 mit dem Regionalexpress ankamen, ließ die Polizei diese erst gar nicht vom Bahnhof. Denn der Tross setzte sich nur aus Mitgliedern der verbotenen Vereine zusammen. Die aus Hamm und Aachen stammenden Neonazis wurden direkt zurück in andere Züge gesetzt. Etwa 35 Dortmunder Neonazis wurden von der Polizei zu ihren Wohnungen begleitet.