Konjunktur gerät ins Stocken

Gregor Boldt
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Nach einem beständigen Aufwärtstrend seit 2002 gerät die Konjunktur ins Stocken. Das ist das Ergebnis der Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer zu Dortmund, die Handwerkspräsident Otto Kentzler gestern vorstellte.

Die schwache private Binnennachfrage sei Schuld daran, dass der Aufwärtstrend in der Wirtschaft des Kammerbezirks Dortmund gestoppt sei. Zwar sorgten eine gute Exportwirtschaft und gewerbliche Nachfrage insgesamt für eine gute Geschäftslage im Handwerk, in die Zukunft blickt Otto Kentzler jedoch eher pessimistisch. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer, höhere Einkommenssteuerzahlungen, steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten dämpften Konsum und Investitionsbereitschaft. „Der Aufschwung ist in den Taschen vieler Bürger und damit auch bei den konsumnahen Handwerken nicht angekommen”, sagte Otto Kentzler. Ein gutes Beispiel hierfür sei das Bauhauptgewerbe. Während die Nachfrage nach Baugenehmigungen bei Büro- und Gewerbeimmobilien steige (29 und 11 Prozent) weiterhin steige, habe der private Sektor einen dramatischen Einbruch (-73 Prozent) erlebt. 4000 Unternehmen hatte die Handwerkskammer für die Umfrage angeschrieben, 1132 haben geantwortet. 75 Prozent der heimischen Handwerksbetriebe beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage mit gut bis zufriedenstellend. Das sind drei Prozent weniger als im Frühjahr 2007. Neben dem Bauhauptgewerbe nennt Kentzler die Gesundheits- und Kfz-Handwerke sowie die Personen bezogenen Dienstleister seine „Sorgenkinder”. Hier nahm die Zahl der zufriedenen Betriebe um zehn Prozent auf 72 Prozent (Baugewerbe) und acht Prozent auf 58 Prozent (Gesundheit) ab. Das Kfz-Handwerk stagniere in diesem Punkt weiter bei 64 Prozent.

Damit die Konjunktur nicht weiter abkühle und die Binnennachfrage angekurbelt werde, forderte Kentzler die Politik auf, die Kaufkraft für den Mittelstand zu stärken. Eine Entlastung bei der Einkommensteuer sei ebenso notwendig wie eine dauerhafte Absenkung des Gesamtsozialversicherungsbeitrags auf unter 40 Prozent und eine Anpassung des Steuerbonus auf 25 Prozent. „Wenn nichts davon geschieht, sind die 52 000 neuen Arbeitsplätze, die das Handwerk 2007 geschaffen hat, bald wieder weg”, warnt Otto Kentzler.