Köln soll Dortmund als Drehscheibe für Flüchtlinge entlasten

Sieben Tage und sieben Nächte unter Dauereinsatz für Flüchtlinge: Dortmund erlebte dabei nur wenige Unterbrechungen. Jetzt hat die Stadt das Innenministerium um einen Schnitt gebeten. "Wir brauchen alle mal eine Atempause", sagt Feuerwehr-Chef Dirk Aschenbrenner. Jetzt kommt die Stadt Köln mit ins Spiel.

Dortmund. "Wir müssen unsere Kräfte, das Ehrenamt und die Freiwilligen entlasten", begründete Dortmunds Feuerwehr-Chef Dirk Aschenbrenner am Donnerstagabend die Bitte an das Land NRW. Das Innenministerium reagierte mit einem "Amtshilfeersuchen" an die Stadt Köln.

Die Millionen-Metropole am Rhein prüft seit Donnerstagnachmittag, wie sie Sonderzüge mit über 1000 Flüchtlingen logistisch stemmen kann. In Dortmund mit Sonderzügen angekommene Flüchtlinge erhielten nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt, im Dietrich-Keuning-Haus, Lebensmittel, Getränke, Bekleidung und medizinische Hilfe. Dortmund wechselte sich in dieser Drehscheiben-Funktion alle 24 Stunden mit Düsseldorf ab.

Gleichmäßiger verteilen

"Es gibt Pläne, auch andere Städte in das System einzubauen und die Lasten gleichmäßiger zu verteilen", sagte Dirk Aschenbrenner (47) über die Arbeit im Hintergrund. Dortmund stehe aber weiter bereit. Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr, Hilfsorganisationen und ehrenamtlich eingesetzte Bürger hätten ein "außerordentliches Engagement gezeigt und eine pragmatische Herangehensweise bewiesen. Neben den Pflichtaufgaben war immer auch das Humanitäre sehr wichtig."

Eine Sprecherin der Stadt Köln sagte am Donnerstagabend, dass ihre Verwaltung noch keine Entscheidung getroffen habe. "Wir prüfen mit Hochdruck", sagte sie über das Tempo.

Peter Bandermann