Knast-Verletzung zögert Dortmunder Prozess um Juwelier-Mord hinaus

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Im Raubmord-Prozess um den Tod des sizilianischen Juweliers Francesco La Paglia sollten eigentlich die Plädoyers gehört werden. Doch das Verfahren gegen die beiden 28 und 31 Jahre alten Angeklagten muss bis Mitte August unterbrochen werden: Einer der beiden Angeklagten hat sich beim Fußballspielen im Gefängnis die Hüfte gebrochen.

„Der Angeklagte ist zurzeit nicht fähig, an der Verhandlung teilzunehmen“, erklärte der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer. Der Mann könne aufgrund seiner beim Gefangenensport zugezogenen Verletzung nicht sitzen und somit den Prozess auch nicht verfolgen.

Zwei Komplizen sind bereits verurteilt

Seit dem 20. Oktober letzten Jahres rollt das Schwurgericht den tragischen Tod von Franceso La Paglia auf, Inhabers des Juweliergeschäftes „Italy Gold“ an der Bornstraße. Raubmord und Raub mit Todesfolge wirft Staatsanwältin Barbara Cuntze den beiden 28 und 31 Jahre alten Angeklagten vor. Ihre beiden Komplizen wurden bereits im Mai 2010 vor der 31. Großen Jugendkammer zu acht Jahren Haft bzw. vier Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Tödlicher Kampf um den Schmuck

Es war der Nachmittag des 3. Dezember 2008, an dem das Leben von Claudia La Paglia, Mutter von vier Kindern, zerstört wurde. Vier Männer betraten, getarnt als interessierte Kunden, das Geschäft ihres Mannes an der Bornstraße, das der 51-Jährige zusammen mit seinem Bruder Salvatore führte. Doch die Männer wollten keinen Schmuck kaufen, sondern ihn rauben. Im Laufe des erbitterten Kampfes – die beiden Sizilianer verteidigten ihr Hab und Gut – wurde Francesco La Paglia zu Boden geschlagen. Laut Anklage unter anderem mit einem Ringeisen, einem Juwelierswerkzeug. Drei Tage später stirbt er an seinen schweren Kopfverletzungen. Sein Bruder Salvatore überlebte den Kampf schwer verletzt.

Rechtsmediziner stritten um Verletzungs-Ursache

Im Laufe des Raubmordprozesses kam es auch zu einem Streit unter den Rechtsmedizinern: Während der Dortmunder Dr. Eberhard Josephi erklärt hatte, die tödlichen Kopfverletzungen seien durch Schläge verursacht worden, sah sein Münchner Kollege einen Sturz als mögliche Ursache an. Da er dies jedoch nicht belegen konnte, musste er sich vom Vorsitzenden Richter den Satz sagen lassen: „Ihr schriftliches Gutachten ist falsch.“

 
 

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