Knappschaft fusioniert zum "Klinikum Westfalen"

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Dortmund. Das Knappschaftskrankenhaus in Dortmund-Brackel und die „Klinik am Park” in Lünen-Brambauer wollen zum 1. Januar 2010 zum „Klinikum Westfalen” verschmelzen. Doch keine Fusion ohne Fragen. Dementsprechend groß ist die Unruhe in der Belegschaft.

Beide Gesellschaften werden sich - prozentual gewichtet - als Träger einbringen. Die 880 Mitarbeiter in Brackel und die 220 Beschäftigten in Brambauer werden in die neue Gesellschaft übergeleitet.

Entsprechend groß ist die Unruhe in der Belegschaft. Fusionen geben Anlass zu Spekulationen über Einsparungen und Stellenstreichungen.

Nichts davon sei jedoch bei der großen Krankenhaus-Fusion vorgesehen, versichert der Stellvertretende Krankenhausdirektor der Knappschaft, Michael Kleinschmidt.

Job-Garantie für sechs Jahre

„Beide Krankenhäuser geben eine Garantie, für sechs Jahre auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten”, beruhigt Kleinschmidt. Ganz im Gegenteil: Das Konzept des Zusammenschlusses sei gerade so ausgelegt, dass noch mehr Patienten in den eigenen Häusern behandelt und nicht weiter überwiesen werden müssen.

Kleinschmidt beschreibt Beispiele. Während beide Kliniken eine Basisversorgung für die Krankheiten des Inneren vorsehen, sollen künftig Spezialgebiete stärker herausgearbeitet werden. Brambauer ist in Angiologie (Gefäßkunde) und Diabetologie stark. Brackel in Pneumologie, Gastroenterologie (Magen und Darm) und will sich künftig auch bei der Kardiologie (Herz) besser aufstellen. In der Orthopädie könne gemeinsam „etwas entwickelt werden”.

Stellenreduzierungen seien bei der Fusion also nicht beabsichtigt. 40 Stellen seien in der Pflege in Brackel zusätzlich geschaffen worden, ein Dutzend alleine dieses Jahr.

Beide Häuser schreiben schwarze Zahlen

Die Erfolgsgeschichte beider Häuser - beide schreiben schwarze Zahlen - solle durch einen Zuwachs an Patienten fortgesetzt werden. Brackel zählt bei 451 Betten 19 000 Patienten im Jahr, in Brambauer sind es 5500 Patienten bei 220 Betten. Bei nicht-medizinischen Abteilungen wie Labor und Sterilisation von OP-Besteck würden schon heute Leistungen gebündelt, so Kleinschmidt.

Den Mitarbeitern versichert Kleinschmidt: „Keiner wird besser und keiner schlechter gestellt durch die Fusion.”

Auch zur geplanten Namensänderung „Klinikum Westfalen” gibt es Sorgen und Bedenken in Brackel. Sie quittiert Kleinschmidt mit einem Verweis auf das Fußballstadion, das trotz Namensänderung immer noch beim alten Namen genannt werde.

Für die Fusion steht die Zustimmung des Bundesversicherungsamtes als Aufsichtsbehörde noch aus.

 
 

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