Kliniken sind nur gemeinsam stark

Bethanienkrankenhaus.
Bethanienkrankenhaus.
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. Die Krankenhaus-Landschaft ist kräftig in Bewegung geraten. Einzelne Krankenhäuser bestehen heute nur noch im Verbund. Wie berichtet, suchen jetzt auch die evangelischen Häuser Lütgendortmund und Bethanien in Hörde einen größeren Partner, um zu überleben. Und so sieht die Krankenhaus-Szene aktuell aus:

Klinikum Dortmund

Platzhirsch und Nummer eins ist nach wie vor das Klinikum, größtes kommunales Krankenhaus im Land. Knapp 3836 Beschäftigte und 53 542 stationäre Patienten bei 1559 Betten an zwei Standorten. Der Tanker unter den Dortmunder Krankenhäusern ist nach schwerer Krise durch die Berater von Roland Berger wieder auf Kurs gebracht worden. Jetzt erwartet der Maximalversorger endlich wieder schwarze Zahlen. Im nächsten Jahr wird der lang ersehnte Zentral-OP in Betrieb genommen.

St. Johannes-Gesellschaft

Nummer 2 auf dem Dortmunder Gesundheitsmarkt ist die profitable St. Johannes-Gesellschaft. Zur Gesellschaft zählen drei Altenheime, drei Krankenhäuser und die Jugendhilfe St. Elisabeth. Zugpferd ist das renommierte Johannes-Hospital mit acht Fachabteilungen. Von den insgesamt 34 000 stationären Patienten liegen 28 000 im Jahr im „JoHo“. Dort sind auch 1700 der 2800 Mitarbeiter beschäftigt. Zuletzt übernahm die Johannes-Gesellschaft das Marienhospital in Hamm.

St. Lukas Gesellschaft

Einen weiteren katholischen Träger gibt es am Standort mit der St. Lukas Gesellschaft. Zu diesem Verbund zählen das Katholische Krankenhaus West in Kirchlinde, das St. Rochus-Hospital in Castrop-Rauxel sowie das St. Josefs-Hospital. Die Gesellschaft möchte das Hüttenhospital (BKK) übernehmen. Der Standort Hörde setzt einen Schwerpunkt bei Darmerkrankungen und in der Urologie neben Frauenheilkunde und HNO. Die St. Lukas Gesellschaft beschäftigt 1600 Mitarbeiter, hält 800 Krankenhausbetten vor und nimmt über 27 000 Patienten pro Jahr stationär auf.

Klinikum Westfalen

Die Nummer „drei“ in Dortmund, das kerngesunde Knappschaftskrankenhaus in Brackel, hat erst letztes Jahr durch eine Fusion mit der Klinik am Park in Lünen-Brambauer auf sich aufmerksam gemacht. Durch die Fusion ist ein schlagkräftiger Verbund im Nordosten mit dem Namen „Klinikum Westfalen“ entstanden. Brackel zählt 451 Betten und 19 000 Patienten im Jahr, um die sich 880 Mitarbeiter kümmern. Brambauer behandelt mit 240 Beschäftigten 5500 Patienten im Jahr. 75 Prozent der Gesellschaft werden von der Knappschaft gehalten, 25 Prozent von der Stadt Lünen. Der Verbund ist erklärtermaßen offen für weitere Übernahmen. Es sollen Gespräch mit einem Krankenhaus in Kamen geführt worden sein.

Ev. Krankenhaus Gesellschaft

Kleinster Mitspieler auf dem Gesundheitsmarkt in Dortmund ist die Evangelische Krankenhausgesellschaft mit den Standorten Lütgendortmund und Bethanien in Hörde. Für diese Gesellschaft, die rote Zahlen schreibt, wird aktuell, wie berichtet, ein Käufer gesucht. Der Träger ist zuversichtlich, schon in der kommenden Woche die Weichen für eine Übernahme klar zu machen.

Die evangelischen Häuser behandeln 12 000 Patienten stationär und zählen insgesamt 800 Mitarbeiter. Devise: Nur in einer größeren Einheit können sie künftig bestehen.

FAKTEN:

- Für die ev. Krankenhaus Lütgendortmund und das Bethanien liegen nun schriftlich zwei verbindliche Angebote zur Übernahme vor.

- In dem gesamten Beratungsprozess waren die Mitarbeitervertretungen sowie die Ärzteschaft in Form einer Lenkungsgruppe eingebunden, betont Geschäftsführer Ubbo de Boer.

- Hauptziel der Verhandlungen ist die Bestandsgarantie für beide Krankenhaus-Standorte, der Erhalt der Arbeitsplätze durch den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und die Planung zukünftiger Investitionen.

- In der nächsten Woche wird mit einer Weichenstellung für den Verkauf gerechnet. GN

 
 

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