Klagen über nicht geräumte Radwege in Dortmund

Winterdienst ist auf vielen Radwegen Fehlanzeige, hier die B 54.
Winterdienst ist auf vielen Radwegen Fehlanzeige, hier die B 54.
Foto: WR
Auch in diesem Winter sind Radfahrer in Dortmund Verkehrsteilnehmer dritter Klasse. Die Zuständigkeiten zum Winterdienst sind immer noch ungeklärt. Oft wird auf Radwegen überhaupt nicht gestreut - zum Leidwesen der Radler.

Dortmund.. Es ist mit dem ersten richtigen Schnee fast wie zu Weihnachten. Es kommt so plötzlich, dass die zuständigen Stellen offenbar überhaupt nicht wissen, ob denn auf Radwegen nun geräumt werden muss oder nicht. Die Frage der Zuständigkeit ist das nächste Problem.

Am Morgen hieß es gestern noch bei EDG, es dürfe nicht einen (!) Meter Radwege in Dortmund geben, die nicht gestreut sind. Am Mittag meldete sich EDG-Sprecherin Hartmann und relativierte: „Das betrifft nur die verkehrswichtigen Radwege.“

Was ist ein „verkehrswichtiger Radweg?“ Wie sieht es mit der Schnettkerbrücke aus? Das möchte auch der Verkehrsclub Deutschland wissen. Der hatte darauf hingewiesen, dass bereits vor dem Schneeeinbruch am Mittwoch spiegelblankes Eis eine erhebliche Unfallgefahr darstellt. Immerhin geht es um die wichtigste Strecke aus der City zum Hochschul-Campus. Zahlreiche Studenten nutzen diese Hauptverbindung.

Tiefbauamt bestätigte lange Diskussion

Das Tiefbauamt bestätigte auf Anfrage, dass über diese Strecke „lange diskutiert“ worden sei, so Ulrich Finger. Die Stadt sei gerade dabei, diese Strecke, die im Sommer asphaltiert wurde, von Straßen NRW zu übernehmen. Aber: „Ich habe die noch nicht im Winterdienst“, räumte Finger ein. Und Straßen NRW offensichtlich auch nicht. Die Dummen sind letztlich die Radfahrer, die den Weg nutzen.

[kein Linktext vorhanden] Das gleiche Dilemma gilt für den wichtigen Radweg aus dem Süden, der an der B 54 entlang führt. Martin Tademer aus der Straßenbahnmeisterei hierzu: „Der Radweg ist für uns zweit- oder drittranging.“ Es gebe zwar ein Fahrzeug, das zum Räumen des Radwegs eingesetzt werden könne, es sei aber zurzeit nicht besetzt. Es war aber auch an den Tagen zuvor nicht besetzt, als es nicht schneite, dafür aber überfrierende Nässe für eine tückische Unfallgefahr sorgte. Ein Mitarbeiter unserer Zeitung musste nach einem Unfall auf Glatteis ins Krankenhaus.

Winterdienst gilt offenbar nur für Privatleute

Der obligatorische Winterdienst gilt offenbar nur für Privatleute. Wie EDG bestätigt, sind alle Anlieger auch für die Radwege vor ihrer Tür mitverantwortlich. Auf freien Strecken würden immerhin 102 Kilometer Radwege von EDG mitgeräumt. Dazu wurden nach dem strengen Winter vor zwei Jahren drei Kleinkehrmaschinen entsprechend umgerüstet. Deren Werk kann man zum Beispiel an der Brandisstraße sehen.

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