Dortmund

Kitas von morgen fehlt Personal

Foto: WR
Dortmunds Kitas bauen ihr Angebot aus. Doch wer soll die Kinder in der Zukunft betreuen? Der Arbeitsmarkt ist wie leergefegt, Erzieherinnen kaum zu finden.

Dortmund. Englisch im Kindergarten, Bewegungstraining in der Kita und ein Rezeptbuch für alle Kita-Küchen. Mit Blick auf 2012 sind das wohl noch die einfacheren Vorhaben von Fabido-Geschäftsführer Arno Lohmann. Die eigentlichen Baustellen werden der leergefegte Arbeitsmarkt sein - und die Betreuung behinderter Kinder in den 110 Einrichtungen des städtischen Kinderbetreuers. Ausbau hier - massiver Nachholbedarf da. Ein Spagat.

Fehlendes Personal

Fabido zählt rund 1500 Mitarbeiter. Von ihnen arbeiten 1350 in den Kitas. Was nach viel klingt, entpuppe sich spätestens bei Krankheitswellen und hoher Altersfluktuation als knapp bemessen. „Wir bekommen nicht mehr genug gutes Personal“, weiß Lohmann.

Mit Not könne der jüngst eingerichtete Springerpool mit seinen 26 Kräften Löcher stopfen. Auch, dass man gerade 15 Kinderpflegerinnen zu Erzieherinnen weiter qualifiziere oder Berufspraktikantinnen fit für den Job mache, sei nur ein Versuch - keine Lösung.

Inklusion

Inklusion, das gemeinsame Leben und Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung, ist nach der EU-Behindertenrechtskonvention und ihren Vorgaben für die nächsten Jahre, ein politischer Dauerbrenner. In den 110 Fabido-Kitas aber eher eine Dauerbaustelle.

„Wir haben da noch viel Nachholbedarf“, gibt Geschäftsführer Lohmann zu. Man müsse erst mal Knowhow sammeln. Am besten in den eigenen Reihen. Die Kernfragen: Wen haben wir? Was für Erfahrungen haben wir? Was können wir wo bis wann erreichen? Dabei gehe es weniger um Rampen und behindertengerechte Toiletten als um Kommunikation. Mit Kindern. Eltern. Dem LWL, der für die Finanzierung aufkommen müsse.

Sprachunterricht

Bilingual, das heißt nichts Anderes als zweisprachig. Also: Kinder lernen nicht nur Deutsch, sondern etwa auch Englisch, Türkisch oder Russisch - je nach nationaler Zusammensetzung der Gruppen.

Dafür wolle Fabido, wenn möglich, je zwei Gruppen in vorzugsweise viergruppigen Kitas nutzen. Idealerweise soll es benachbarte Grundschulen und weiterführende Schulen geben, die auch auf Mehrsprachigkeit bauen, so Lohmann. Das Problem aber werde sein, das nötige Personal zu finden. Erzieherinnen mit jahrelanger Spracherfahrung. „Das Ganze steht und fällt mit guten Kräften“, sagt Lohmann, der auf die Erfahrungen der vorhandenen vier zweisprachigen Kitas aufbauen und Fördertöpfe anzapfen will.

Bewegung

Klettern, Springen, Rückwärtslaufen - was früher bei Kindern der Normalfall war, sei heute keines Falls mehr bei jedem Kind vorauszusetzen. „Die natürlichen Bewegungen kommen abhanden“, sagt Lohmann. Bereits jetzt versuche man, in drei Bewegungseinrichtungen den Fokus gezielt auf die Motorik zu legen. Das wolle man 2012 ausbauen. Am besten in der Kombination mit gesunder Ernährung.

Essen

Im Teamwork mit dem Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung haben die Köchinnen in den 46 Wirtschaftsküchen ihre und die Lieblingsrezepte der Kinder vom Forschungsinstitut unter Gesundheitsaspekten optimieren lassen. Ab Januar soll nun in allen Küchen das zertifizierte Kochbuch mit seinen gut 60 Rezepten zum Einsatz kommen. Auch das Essen von Service Do, dem Caterer des Klinikums Dortmund, sei zertifiziert und gesundheitlich hochwertig.

 
 

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