Kita-Essen wird in Dortmund deutlich teurer

Peter Ring
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Dortmund. Kinderbetreuung ist kein Kinderspiel. Vor allem, wenn die Rahmenbedingungen ständig wechseln. Mehr Plätze für Kleinkinder, längere Öffnungszeiten, teureres Essen – drei Beispiele mit Blick auf die Dortmunder Kitas.

„Die Landesregierung hält Wort, auch beim Ausbau der Betreuung für Unter-3-Jährige“, sagt Landtagsabgeordnete Nadja Lüders (SPD). Dortmund profitiere 2011 mit über 3 Millionen Euro vom Landesprogramm U3-Ausbau, mit dem die Landesregierung neue Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren fördert. Auch für 2012 seien bereits Investitionsfördermittel über 1,95 Millionen zugesagt. Mit dem schrittweisen Ausbau bis 2013 unterstütze das Land die Stadt, bei ihrer Aufgabe, den ab 1. August 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren zu erfüllen.

Warmes Essen

Ab 1. August, so hatte es der Rat beschlossen, sollen bis zu 1001 Kinder mehr als bisher in der Kita ein warmes Mittagessen bekommen. Wie viele Eltern, deren Kinder 35 Stunden in der Woche betreut werden, wünschen sich das auch?

Das war die Frage, die den städtischen Kinderbetreuer Fabido seit Januar umtrieb. In drei Umfragen klapperte er Einrichtungen ab. Erst jene mit Küchen oder Catering (in der Regel 45-Stunden-Einrichtungen, die auch 35-Stunden-Betreuung bieten). Im zweiten Schritt ging man auf geeignete Einrichtungen zu, die 35 Stunden Betreuung anbieten. Im dritten hakte man noch mal nach, weil das Bildungs- und Teilhabepaket derweil weitere Finanztöpfe geöffnet hatte.

Ergebnis bisher, so Fabido-Geschäftsführer Arno Lohmann: rund 300 Anfragen. Es könnten am Ende 400 statt 1001 werden, die zu den bisherigen 3100 Kindern (45-Stunden-Kinder) hinzu kommen, die bereits in den Genuss eines Essens kommen. Da es im Ratsbeschluss „bis zu“ 1001 Mahlzeit hieße, sei das Thema damit vorerst vom Tisch. An der neuen Berechnung der Kostenhöhe pro Mittagessen werde sich aber nichts ändern, so der Geschäftsführer.

Kostensteigerung

Um die 527.000 Euro an Mehrkosten für die 1001 Mahlzeiten zu decken, soll(t)en die Eltern tiefer in die Tasche greifen. Geplant sind pro Essen 20 Cent Aufschlag. Der Monatsbeitrag fürs Mittagsessen wird von 51 auf 55 Euro steigen (Erlös: 176 000 Euro). Zudem ist die Erstattungsregelung vom Tisch, die bei geschlossenen Kitas und Fehlzeiten der Kinder bisher griff (Einnahmen: rund 300 000 Euro).

In Fabido-Kitas mit eigenen Küchen kostet das Essen 6,18 Euro - bei Caterern im Schnitt nur 4,86 Euro.

Nebulöses Vorgehen

Nebulös bleibt das Vorgehen in Sachen Personalaufstockung. Nachdem unter dem alten Kinderbildungsgesetz der Einsatz von Kinderpflegerinnen zugunsten von Erzieherinnen reduziert werden sollte, hat die neue Landesregierung eine Rolle rückwärts gemacht und die Einstellung weiterer Kinderpflegerinnen (Ergänzungskräfte) für den U-3-Bereich angekündigt. „Derzeit wissen wir aber nur, dass wir zusätzliche Mittel für Personal bekommen“. Weder wie viel noch für welches Personal.

Stellt die Stadt Erzieherinnen ein? Stellt sie Kinderpflegerinnen ein? Erweitert sie die Arbeitszeiten der vorhandenen Kräfte, die zuvor aus Kostengründen (die Finanzierung des alten KiBiz reichte nicht) reduziert hatten? Unklar. „Wir gehen nur davon aus, dass wir aufstocken“, so Lohmann.