Kinder haben Spaß an schrillen Tönen

Sophie Mono
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Ganz schön schräg: Schiefe Töne klangen jedem Besucher entgegen, der durch den Ruhr-Allee-Eingang den Westfalenpark betrat. Warum? Weil dort der 15. Musikschultag stattfand.

Nein, auf eine ganz so simple Melodie ist das nicht zu bringen. Die schrägen Klänge nämlich stammten von Kindern, die auf der Musikstraße zum ersten Mal ein Instrument ausprobieren durften. Im Rest des Parks, in dem an zahlreichen Stellen Musikgruppen das Publikum begeisterten, waren schiefe Töne eine Seltenheit – hier ging's nach Takt und Noten.

Unbeholfen zupft der achtjährige Lars auf einer Gitarre herum. „Eigentlich spiele ich Horn. Aber ich glaube, Gitarre wäre auch was für mich”, sagt er lächelnd. Dass es sich noch nicht ganz so toll anhört, stört hier auf der Musikstraße niemanden.

Unten am Restaurant Buschmühle, viele hundert Meter entfernt von der Musikstraße, sieht das anders aus. Michelle und Freya sind vier Jahre älter als Lars und haben auch schon weit mehr Erfahrung mit dem Saiteninstrument. Sie sind ein wenig aufgeregt. Gleich haben sie mit der Gitarrengruppe „little fingers” ihren Auftritt. Doch alles scheint gut zu gehen, die Leute sind bereits vom ersten Lied an, einem Spanischen Samba, begeistert.

Gruppe ist dem hohen Niveau gewachsen

Musik auf sehr hohem Niveau bietet derweil „Next Generation”. An den Wasserbecken haben die Jugendlichen ihre Instrumente aufgebaut. Anspruchsvoll sind die Stücke von Santana, die sie auf die Bühne bringen, doch die Gruppe ist dem hohen Niveau gewachsen. Allzu groß ist der Leistungsunterschied zu den Studenten der Glen-Buschmann-Jazzakademie, die sich ganz in der Nähe, vor dem Lokal „Rizz im Park” niedergelassen haben, nicht. Sowohl die Dozenten, als auch ihre Schützlinge bieten hier den ganzen Tag über professionelle Musik aus dem Jazzbereich. Hier stimmt jeder Ton, jeder Beat, jede Bewegung. Die Stimmung ist ausgelassen.

Eine andere Welt dagegen betritt man, wenn man in den Inselpavillon kommt. Der geschlossene Raum ist edel dekoriert, die Zuschauer sitzen gebannt auf ihren Stühlen und lauschen andächtig der klassischen Klaviermusik, die aus dem schwarz-glänzenden Flügel tönt. Moritz Moszkowskis Konzertetüde in g-moll. Der Pianist, der ohne Fehler das schwierige Stück spielt, ist erst zwölf Jahre alt und heißt Keiwan Donyagard. Er muss noch einmal nach vorne kommen und sich verbeugen, so groß ist der Applaus des Publikums.

Nichts kann die Laune der Dirigentin trüben

Oben im Rosengarten sitzt derweil noch nicht alles ganz so perfekt. Vieles klappt zwar auch hier schon, doch ab und zu geraten die Schüler von Musik-AGs verschiedener Dortmunder Schulen doch noch ganz schön ins Stocken. „Aber so ist das ja auch im richtigen Leben”, sagt die Dirigentin gut gelaunt. Denn eines ist gewiss: Wer bräuchte schon die Musikschule, wenn jeder bereits alles könnte?