Kein neuer Vertrag für Dortmunds Klinik-Chefin Mechthild Greive?

Die letzten Tage von Mechthild Greive als Klinik-Chefin scheinen gezählt. Foto: Knut Vahlensieck
Die letzten Tage von Mechthild Greive als Klinik-Chefin scheinen gezählt. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: WR Dortmund/Knut Vahlensieck
Die letzten Tage von Mechthild Greive als Klinik-Chefin scheinen gezählt. Nach WR-Informationen soll ihre Stelle Anfang 2012 ausgeschrieben werden. Entsprechende Weichen sollen auf der Aufsichtsratssitzung am 2. Dezember gestellt werden.

Dortmund.. Bislang sah alles nach einer Verlängerung des Vertrages der Hauptgeschäftsführerin Mechthild Greive am Klinikum Dortmund aus. Öffentlich hatte sich OB und Klinik-Aufsichtsratsvorsitzender Ullrich Sierau vor die 56-Jährige gestellt, die dem Klinikum nunmehr neun Jahre voransteht. Die gelernte Psychotherapeutin und Juristin war einst vom Ordnungsdezernat in die Spitzenposition am Klinikum gewechselt, nachdem der Chefsessel dort längere Zeit vakant war.

Greive wird nachgesagt, durchaus noch fünf weitere Jahre am Klinikum tätig sein zu wollen. Ihr Vertrag läuft im November 2012 aus.

Ein Jahr noch

Der Gesellschafter des Klinikums muss sich aber bereits ein Jahr zuvor festlegen, wenn er den Vertrag kündigen will.

Danach sieht es jetzt aus; ein entsprechender Tagesordnungspunkt ist für die nächste Sitzung des Aufsichtsrates angesetzt. Ausgerechnet die Sozialdemokraten lassen jetzt Greive fallen und drängen auf einen Neuanfang. Auch die Arbeitnehmerschaft formiert sich dem Vernehmen nach gegen Greive. Das wird Ullrich Sierau zum Umschwenken veranlassen.

Und das just zu einem Zeitpunkt, an dem das Klinikum erstmals seit vielen, vielen Jahren endlich mal schwarze Zahlen schreiben wird.

Unternehmensberatung nach zehn Millionen Miese

Das ist allerdings eher das Verdienst der Unternehmensberatung Roland Berger, die gerufen wurde, als der Tanker Klinikum zu havarieren drohte. Selbst eine Insolvenz schien im Krisenjahr 2008 nicht mehr ausgeschlossen, als zum zweiten Mal hintereinander über zehn Millionen Euro Verlust eingefahren wurden.

Greive und der damalige OB Dr. Gerhard Langemeyer erkannten zwar die Gefahr, konnten das Ruder aber nicht entscheidend herumreißen. Das schafften erst die Konzepte von Roland Berger, der mit Oliver Rong und Dirk Balster zwei versierte Klinik-Sanierer nach Dortmund schickte. Letzterem werden jetzt sogar Chancen für die Greive-Nachfolge eingeräumt. Wenn der zukünftige Geschäftsführer die Nachfolge von Mechthild Greive antritt, wird ein Meilenstein am Klinikum bereits umgesetzt sein: die Inbetriebsnahme des 92 Millionen Euro teuren neuen OP-Traktes.

 
 

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