Junge Bankräuber zu Haftstrafen verurteilt

DerWesten
Im Landgericht wurden drei  Bankräuber zu Haftstrafen verurteilt. Foto: Franz Luthe
Im Landgericht wurden drei Bankräuber zu Haftstrafen verurteilt. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Ihr „Arbeitgeber“ sitzt im fernen Weißrussland, organisiert von dort aus professionell den Einsatz seiner jungen Leute in Deutschland. Deren krimineller Job: Banküberfälle. Gleich zweimal, am 2. November 2009 und am 26. Januar 2010, wurden Angstellte und Kunden der Sparkasse in Marten zu Opfern, zum Teil sind sie noch heute traumatisiert. Für drei junge Bankräuber gab es gestern vor der 31. Großen Strafkammer die Quittung.

Sechs Jahre Haft verhängte das Gericht für den 23-jährigen Haupttäter. Sein zur Tatzeit noch 17-jähriger Komplize wurde zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Der dritte im Bunde, der waghalsig den Fluchtwagen fuhr und auch mal „Schmiere“ stand, muss wegen Beihilfe zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.

Sprung aus dem Fenster des Landgerichtes

Die beiden jüngeren Angeklagten hatten im Sommer für Aufregung gesorgt, als sie während des Prozesses ins Beratungszimmer stürmten und aus einer Höhe von fast fünf Metern aus dem Fenster in die Freiheit sprangen. Der mittlerweile 18-Jährige blieb verletzt auf dem Gehweg der Hamburger Straße liegen, der Ältere wurde einen Tag später in einem Internet-Cafe festgenommen.

Insgesamt 30 000 Euro erbeutete das geständige Trio bei den beiden Überfällen in Marten. Mit einer Pistole wurden dabei Kassierer und Kunden in Schach gehalten. Eine junge Frau, die beim Betreten der Sparkasse die Situation geistesgegenwärig erkannte und weglaufen wollte, zerrte der 23-Jährige mit Gewalt in den Schalterraum.

Wilde Verfolgungsfahrt

Andererseits beruhigte er die Kunden mit den Worten: „Keine Angst, alles gut.“ Als ein kleines Kind zu weinen begann, versteckte er die Pistole wieder unter der Jacke. Nach dem zweiten Überfall lieferte sich das Trio auf der A2 Richtung Hannover eine filmreife Verfolgungsfahrt mit der Polizei. Um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden musste die Autobahn bei Rheda-Wiedenbrück gesperrt werden. Durch waghalsige Manöver schüttelte der Fahrer die Streifenwagen immer wieder ab, während seine Komplizen panikartig Teile der Beute aus dem Fenster warfen. Der Drahtzieher in Minsk konnte bisher nicht gefasst werden.