Junge (11) auf Spaßbad-Toilette zweimal missbraucht

Der Schüler (11) wollte einen unbeschwerten Nachmittag im Gelsenkirchener "Sportparadies" erleben — aber der Ausflug wurde zum Albtraum. Ein Badegast aus Dortmund (36) den Jungen auf der Herrentoilette. Zuvor hatte ihn schon ein Senior (66) unsittlich berührt.

Dortmund. Großes Durchatmen beim Opfer. Als der Junge am Mittwoch im Essener Landgericht erfuhr, dass er nicht aussagen muss, strahlte er und sagte: "Die ganze Klasse hat mir die Daumen gedrückt." Doch ganz so unbeschwert lebt der Junge derzeit nicht. Erist in psychiatrischer Behandlung, hat in der Schule extrem nachgelassen.

Noch immer hat er die Geschehnisse von Anfang März vergangenen Jahres nicht verarbeitet. Zunächst war er an jenem Tag mit einem Freund in das Gelsenkirchener Spaßbad gefahren, hatte im Wasser geplanscht. Schließlich war die Zeit um, er ging noch duschen, anschließend auf die Toilette. Dann geschah das erste Unfassbare. Ein 66-jähriger Senior berührte den Jungen unsittlich.

Erster Täter flüchtete vor zweitem Täter

In genau diesem Augenblick betrat der Angeklagte die Toilette. Als der mittlerweile zu sechs Monaten Haftauf Bewährung verurteilte Rentner flüchtete, nutzte der Dortmunder die Situation aus und verging sich an dem völlig verwirrten Kind. Der elf Jahre alte Junge wurde zum zweiten Mal innerhalb weniger Augenblicke Opfer sexuellen Missbrauchs.

Zwar habe der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt und dem Opfer die Aussage erspart, so Richterin Luise Nünning im Urteil. "Aber bei so einer Tat ist keine Bewährung mehr möglich."

Anwältin: "Schwelle überschritten"

Dabei berücksichtigte das Gericht auch die Tatsache, dass der Angeklagte bereitsmehrfach wegen exhibitionistischer Handlungen - meist in Freizeitbädern - verurteilt worden ist."Diesmal hat er die Schwelle überschritten", so Opferanwältin Sabine Fasselt-Brozek. Der Mann muss nun zwei Jahre und drei Monate in Haft.

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