"Ist das die versprochene Transparenz?"

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmunder. Der Fall Klaus Schäfer, die Personalentwicklung der Verwaltung und die Amtsübergabe durch Ullrich Sierau. Drei spannende Themen im Personalausschuss. Doch die Antworten der Verwaltung fielen dürftig aus - oder kamen überhaupt nicht. Das sorgte für Verdruss unisono bei allen Fraktionen.

Mit einer pauschalen Auskunft wischte Stadtdirektor Siegfried Pogadl die Anfragen der Grünen und der FDP zum Fall des Ex-Feuerwehr-Chefs Klaus Schäfer in Neonazi-Reihen vom Tisch: „Ein laufendes Ermittlungsverfahren”. Mario Krüger: „Das ist mehr als unbefriedigend.” Er wies darauf hin, dass die Grünen mehrere Fragen gestellt hatten, die überhaupt nichts mit der Personalie Schäfer zu tun haben. Die FDP pflichtete bei. Und Ausschussvorsitzender Norbert Schiff (SPD) bekundete zum erstenmal seinen Unmut, dass leider weder OB Ullrich Sierau, noch Stadtdirektor Siegfried Pogadl an der Sitzung teilnahmen.

Sehr dezidiert fielen die Nachfragen zum Tagesordnungspunkt Personalentwicklung der Stadtverwaltung aus. Reinold Plätz, kommissarischer Leiter des Personalamtes, musste passen und auf die nächste Sitzung verweisen. Krüger konnte seine Verwunderung nicht verbergen.

Danach hatte Ingrid Reuter (Die Grünen) ihren Auftritt. Sie zerriss die Auskünfte des Stadtdirektors zur Besoldungsfrage Sieraus bei dessen Rückstufung vom Oberbürgermeisteramt im Januar (bei Weiterzahlung desselben Gehaltes) in der Luft. „Erschreckend” fand sie, dass „eine Antwort des Innenministeriums hier nicht bekannt” sei. „Seltsam” fand Reuter, dass die Absprache der Stadtspitze als „wöchentliche Regelrücksprache” abgetan werde, die keine Aktennotiz erfordere. An einem Tag der Amtsübergabe mit so viel Aufregung?

"Chapeau!"

Das Fazit Pogadls - „ein bundesweit einmaliger Vorgang” wertete Reuter um. „Ja, einmalig, wie hier in der Stadt mit umgegangen wird”. Die Grünen: „Ist das die versprochene Transparenz der Verwaltung?”

„Chapeau!” (Hut ab!) machte Dr. Petra Tautorat (Die Linke) den Grünen ein Kompliment für ihr Plädoyer.

Ausschussvorsitzender Schiff bedauerte erneut, dass keiner vom Verwaltungsvorstand der Sitzung beiwohnen konnte und forderte unter dem Kopfnicken auch von SPD und CDU Auskünfte in allen offenen Fragen in der nächsten Ausschusssitzung.

 
 

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