Inter-tabac: Kleine Demo gegen große Messe

Rund 20 Menschen haben am Samstagvormittag vor der Westfalenhalle für ein Rauchverbot und gegen die "Inter-tabac" demonstriert. Die 35. internationale Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf läuft dort noch bis Sonntag. Kritik gab es vor allem an der Dortmunder Stadtspitze.

Dortmund. Zum Protest aufgerufen hatte das Forum Rauchfrei. Dessen Sprecher Johannes Spatz kritisierte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD), weil er als oberster Aufseher die Veranstaltung nicht verhindert habe. Die Stadt ist alleinige Gesellschafterin der Westfalenhallen GmbH.

Sierau: "Rahmenvorgaben sind beachtet worden"

Sierau nehme die gesundheitlichen Folgen der Raucher-Messe billigend in Kauf, erkärte Spatz. Dem Staat - und damit auch den Kommunen - sei es gesetzlich verboten, den Tabakverkauf zu fördern. "Doch genau das tut die Stadt hier", sagte er.Sierau dagegen hatte in einem Brief an das Protest-Forum erklärt, dass die "Rahmenvorgaben auf Landes- und Bundesebene bei der Durchführung der Messe (...) beachtet werden".
Das Forum Rauchfrei versucht auch, die "Inter-tabac Asia" zu verhindern, die im Februar nächsten Jahres auf der indonesischen Ferieninsel Bali stattfinden soll. "Das wirtschaftliche Engagement der Westfalenhallen GmbH mit dem Export der Messe nach Indonesien ist ein tödlicher Skandal", sagte Spatz. Die Zahl der jugendlichen Raucher nehme in dem südostasiatischen Land immer mehr zu. Außerdem gebe es dort keinerlei Altersgrenzen für den Erwerb von Tabakprodukten.

Von Sebastian Schulte