Innenminister Jäger attackiert Dortmunder Dezernentin Jägers

NRW-Innenminister Ralf Jäger reagiert ungehalten auf Kritik an überfüllten Asylunterkünften.
NRW-Innenminister Ralf Jäger reagiert ungehalten auf Kritik an überfüllten Asylunterkünften.
Foto: dpa
Steht das Asylsystem in Nordrhein-Westfalen vor dem Kollaps? Dortmunds Ordnungsdezernentin Jägers (CDU) hatte wegen der Überfüllung der Flüchtlings-Erstaufnahme in Dortmund-Hacheney Alarm geschlagen. Der Innenminister warf ihr am Donnerstag im Landtag Stimmungsmache vor.

Düsseldorf. Im Streit um stark steigende Flüchtlingszahlen in NRW hat Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) Dortmunds Ordnungsdezernentin Diane Jägers (CDU) attackiert. Es sei „unsäglich“, dass eine politische Beamtin den Eindruck vermittle, das System der Flüchtlings-Erstaufnahme in NRW kollabiere, schimpfte Jäger am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Der Innenminister warnte vor einer „Das Boot ist voll“-Stimmung wie zu Beginn der 90er Jahre. Angesichts der dramatischen Krisenherde in der Welt sei es nicht verwunderlich, dass mehr Menschen in Deutschland Schutz suchten.


Die Dortmunder Dezernentin Jägers hatte beschrieben, dass die Flüchtlings-Erstaufnahme in Dortmund-Hacheney dem neuen Ansturm an Asylsuchenden nicht mehr gewachsen sei. Jäger widersprach: „Das System kollabiert nicht.“ Man sei dabei, eine logistische Lösung für eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge zu finden.

Heute doppelt so viele Anträge wie 2013

Allein im August nahm NRW 3500 Erstantragsteller auf – fast doppelt so viele wie im Vorjahresmonat. In diesem Jahr hat NRW bereits 22.500 Flüchtlinge aufgenommen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2012 waren es noch 15.000. Die Aufnahmestellen des Landes sind entsprechend überbelegt. Bis November soll die Zahl der Erstaufnahmeplätze von derzeit 4800 auf 6800 erhöht werden. „Wir werden das hinkriegen“, sagte Jäger. (tobi)