In Eving soll’s künftig mächtig brennen

Neubau des Feuerwehrausbildungszentrums an der Seilerstraße in Eving. Foto: Michael Printz
Neubau des Feuerwehrausbildungszentrums an der Seilerstraße in Eving. Foto: Michael Printz
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Dortmund. „Alles unter einem Dach“ - So könnte man das neue Ausbildungszentrum der Feuerwehr in Eving bezeichnen. Denn an die Seilerstraße ziehen alle Abteilungen der Feuerwehr, die mit Ausbildung zu tun haben und bislang dezentral auf vier Standorte in Dortmund verteilt waren. „Endlich“, wie Ausbildungs-Chef Dr. Hauke Speth betont.

Für rund 11 Millionen Euro entsteht hier ein modernes und funktionales Gelände, das in einigen Bereichen Vorbildcharakter haben wird für andere Feuerwehren in Deutschland. Herzstück der Anlage ist ein großes Außengelände samt Übungshaus. „Hier kann sich die Feuerwehr auf nahezu alle Eventualitäten vorbereiten, die sie im täglichen Einsatzgeschehen erwartet“, sagt Thomas Quante, verantwortlich für das Bauprojekt. „Und das alles unter völlig realen Bedingungen.“

Das Problem bisher sei gewesen, dass man den Feuerwehrleuten in der Ausbildung immer nur erzählen konnte, was im Brandfall auf sie zukommen kann. „Wir konnten die Brände nur mit Nebelmaschinen herzaubern, den Kollegen dann sagen, hier brennt es, ihr müsst das Feuer so und so bekämpfen“, so Dr. Speth. Nun kann man mit Hilfe einer Gasbefeuerungsanlage die unterschiedlichsten Szenarien real darstellen. Da brennt eine Küche, ein Computer oder ein Wohnzimmer. „Es ist heiß, bis zu 600 Grad, der Raum ist verraucht, die Eingangstüren glühen richtig“, berichtet Speth. Und das alles kann der Trainer per Fernbedienung steuern. Zudem messen Sensoren wie und ob die Feuerwehrleute richtig löschen. Geht man ordnungsgemäß vor, dann drosseln die Sensoren die Gaszufuhr. Das Feuer geht langsam aus. Über Lautsprecher können etwa die Hilferufe von Menschen eingespielt werden. Die Räume, die auf drei Etagen verteilt sind, sind mit einem Spezialstahl, dem so genanten „Cor-ten-Stahl“ verkleidet, so dass die Flammen den Übungsräumen nichts anhaben können. In Notfällen kann der komplette Raum in nur 10 bis 15 Sekunden vollständig entraucht werden.

Ausreichend Platz auch für externe Einheiten

Auch das Bekämpfen von Dachbränden, das Aufnehmen der Dachhaut und vieles mehr kann hier trainiert werden mit realen Vorgaben. „Das ist ein unschätzbarer Vorteil für die Ausbildung“, freut sich Dr. Hauke Speth.

Auf dem Außengelände, das komplett gegen das Einsickern von Löschschaum oder anderen Chemikalien abgeschottet werden kann, bieten sich den Feuerwehrleuten weitere Trainigsmöglichkeiten. Da gibt es ein Taucherbecken, in dem ein kompletter Wagen versenkt werden kann. Im Winter kann die Eisrettung geprobt werden. Gasanschlüsse gibt es, an denen Feuerwehr und DEW 21 künftig gemeinsam üben können, Eisenbahn- und U-Bahngleise und vieles mehr. Im Hauptgebäude sind weitere Übungsräume, ein Übungsturm sowie die Lehr- und Sozialräume und eine Fahrzeughalle untergebracht.

Am 1. Oktober 2010, wenn alles glatt verläuft, soll der erste Lehrgang an der Seilerstraße stattfinden. Insgesamt ist in den Umkleiden Platz für 100 Lehrgangsteilnehmer. Erst einmal werden die Ausbilder selbst ausgebildet, mit den neuen Möglichkeiten vor Ort vertraut gemacht. Geld verdienen lässt sich mit dem Zentrum auch, dann, wenn Feuerwehren von außerhalb die Trainingsmöglichkeiten nutzen.

Und da das neue Übungszentrum per Funk an die anderen Feuerwachen angeschlossen ist, „könnten bei größeren Ereignissen, wie bei der WM 2006, auch externe Einheiten hier untergebracht werden“, nennt Speth eine weitere Option für das neue Zentrum.

 
 

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