In Dortmund gibt's viele Flächen für neue Windräder

Gerald Nill
Die Suche nach geeigneten Flächen für neue Windkraftanlagen in Dortmund läuft auf Hochtouren.
Die Suche nach geeigneten Flächen für neue Windkraftanlagen in Dortmund läuft auf Hochtouren.
Foto: mauritius images
Sieben Windräder drehen sich derzeit in Dortmund — aber ein Gutachter bescheinigt der Stadt: Es könnten trotz der dichten Besiedlung erheblich mehr sein. Für einen Windpark ist allerdings kein Platz, allenfalls für Standorte mit drei Anlagen. Schon im März soll der Stadtrat über mögliche neue Standorte debattieren.

Dortmund. Gutachter haben zahlreiche mögliche Flächen für künftige Windkraftanlagen in Dortmund identifiziert. Das ist das Ergebnis eines ersten Zwischenberichtes, der der Stadt Dortmund vorgelegt worden ist. Bereits in einem Vierteljahr soll der Rat der Stadt über mögliche neue Standorte für Windräder debattieren.

Wie ein Sprecher des Planungsamtes auf Anfrage mitteilt, sind auf einer Karte sogar eine Vielzahl von potenziellen Aufstellungsflächen ausgemacht worden. „Wir waren erst skeptisch, ob es aufgrund der hohen Auflagen für Windkraftanlagen und der dichten Besiedlung überhaupt noch geeignete Flächen in Dortmund gibt“, berichtet das Planungsamt.

Viele potenzielle Standorte

Auf einer Karte, die das beauftragte Büro Ökoplan aus Essen vorgelegt habe, seien aber viele kleine und eine Reihe größerer Kreise für denkbare Standorte eingetragen worden. Es seien so viele potenzielle Standorte, das man unmöglich alle detailliert untersuchen könne. Im Januar werde das Planungsamt mit dem Umweltamt erörtern, welche Gebiete besonders geeignet erscheinen.

Dass nun plötzlich gleich eine Fülle von möglichen Standorten für Windrotoren in Betracht kommt, liegt vor allem an der großen Höhe moderner Anlagen. Die Nabenhöhe liegt in rund 160 Metern. Dort oben herrscht fast immer Wind. Dennoch werde die Stadt keine Windkraftanlage in eine Senke stellen, hieß es am Mittwoch.

[kein Linktext vorhanden]Das Planungsamt tritt gleich auf die Bremse und dämpft allzu kühne Erwartungen an einen kühnen Ausbau der regenerativen Energie in der Stadt. Es werde in Dortmund keine „Verspargelung“ der Landschaft geben. Für einen „Windpark“ sei kein Platz in Dortmund. Denkbar seien allenfalls Standorte mit zwei, drei Windmühlen.

Strenge Auflagen

Dabei sollen die strengen Auflagen zum Schutz für Anlieger mit großen Abständen zur Wohnbebauung eingehalten werden.

Wahrscheinlich sei der Vorschlag von Einzelstandorte, weil die Windkraftanlagen auch untereinander einen gewissen Abstand halten müssen. Dieser messe mindestens die Gesamtlänge bis zur Rotorspitze für den Fall eines Umsturzes. Dieser Mindestabstand verhindert auch das Postieren der Anlagen zum Beispiel in den „Ohren“ des Autobahnkreuzes Dortmund Süd.

Auch von der anfänglichen Überlegung, genährt durch einen gelockerten Erlass des Landes, Windräder in Waldgebieten errichten zu können, will sich die Stadt wohl verabschieden. Waldgebiete in Dortmund seien fast immer auch Naturschutzgebiete. Und dort sei eben kein Platz für derartige Anlagen.

Detaillierte Feinplanung

Wenn sich die Ämter im Januar über eine erste Auswahl verständigen, wird das Planungsbüro beauftragt, eine detaillierte Feinplanung auszuarbeiten. Diese soll dann Grundlage für eine Ratsvorlage sein, die möglichst noch vor Ostern in die politischen Gremien gebracht werden sollen. DEW-Chef Dr. Frank Brinkmann hatte zuletzt sein großes Interesse erneuert, auch in Dortmund weitere Windräder aufzustellen.