„Ich möchte 2013 meinen Titel verteidigen“

Sparkassen Chess Meeting in Dortmund. Der Sieger Fabiano Caruana.
Sparkassen Chess Meeting in Dortmund. Der Sieger Fabiano Caruana.
Foto: Ralf Rottmann
Sein Name klingt wie eine Sinfonie: Fabiano Caruana. Der 19-jährige siegte gleich bei seiner Premiere beim Sparkassen Chess-Meeting und stoppte Seriensieger Wladimir Kramnik. Schachexperte Dagobert Kohlmeyer sprach mit dem Sieger.

Dortmund.. Sein Name klingt wie eine Sinfonie: Fabiano Caruana. Der 19-jährige siegte gleich bei seiner Premiere beim Sparkassen Chess-Meeting und stoppte Seriensieger Wladimir Kramnik. Schachexperte Dagobert Kohlmeyer sprach mit dem Sieger.

Wie fühlen Sie sich?

Fabiano Caruana: Es ist einfach großartig. Ich freue mich sehr, nach meinem verhaltenen Start noch so ein schönes Finale hingelegt zu haben.

Haben Sie damit gerechnet?

Caruana: Nein. Bei dieser starken Konkurrenz nicht. Der Wettbewerb war sehr schwer. Nach meiner Niederlage in Runde 2 gegen Ponomarjow musste ich wirklich alles geben.

Welches war ihre beste Partie?

Caruana: Das Spiel gegen Kramnik war meine stärkste Leistung. Eine so interessante Partie gegen einen Schachmeister seines Formats zu gewinnen, ist ein echtes Highlight für mich gewesen. Sehr schwer war die Partie gegen Arkadij Naiditsch.

Es war nicht Ihr erster Sieg gegen Kramnik.

Caruana: Richtig, vor einem Monat in Moskau konnte ich den Exweltmeister schon einmal bezwingen. So etwas motiviert sehr und gibt einem viel Selbstvertrauen.

Wie haben Sie sich auf vorbereitet?

Caruana: Mit meinem Trainer Wladimir Tschutschelow legten wir uns vorher eine Strategie zurecht, studierten die Gegner und wählten die passenden Eröffnungen aus.

Was schätzen Sie an Ihrem Coach besonders?

Caruana: Er inspiriert mich mit seinem großen Wissen und seinen Kenntnissen der Schachtheorie. Ich schätze Wladimirs Umsicht. Er versteht es auch sehr gut, mich psychologisch auf jede Partie einzustellen.

Derzeit sind Sie schon die Nr. 8 der Weltrangliste. Meinen Sie, es geht noch weiter nach oben?

Caruana: Ich denke schon. Das Ergebnis von Dortmund hilft mir dabei. Die internationale Wertzahl ist ein wesentlicher Gradmesser der Spielstärke. Ich finde, ich gehöre inzwischen mit Recht zu den Top Ten.

Im August beginnt die Schacholympiade. Fahren Sie noch in Urlaub?

Caruana: Ja, nach dem Turnierstress ist das jetzt dringend nötig. Meinen Urlaub verbringe ich in den USA, wo ich geboren wurde.

Aber Sie spielen für Italien.

Caruana: Ja, weil ich italienische Großeltern habe. Seit vier Jahren besetze ich das erste Brett der Nationalmannschaft Italiens. Ich war dort auch schon viermal Landesmeister.

Warum sind Sie Profi geworden?

Caruana: Weil ich das Spiel mit seinen unendlichen Möglichkeiten sehr liebe. Wenn jemand etwas besonders gut kann, warum sollte er dies nicht zu seinem Beruf machen?

Haben Sie ein schachliches Vorbild?

Caruana: Nicht speziell. Ich meine, von allen Weltmeistern kann man sehr viel lernen. Sie haben unsere Wertschätzung verdient.

Kommen Sie nächstes Jahr wieder zum Sparkassen Chess Meeting nach Dortmund?

Caruana: Natürlich, sehr gern. Ich möchte doch meinen Titel verteidigen.

 
 

EURE FAVORITEN