IBB-Bildband aus Dortmund gibt Tschernobyl-Katastrophe Gesichter

Andreas Winkelsträter, Steffen Gerber
Vorstellung des Bildbandes „Verlorene Orte – Gebrochene Biografien“ im Dortmunder IBB (Internationales Berufsbildungszentrum ) zum 25. Jahrestag von Tschernobyl. Foto: Knut Vahlensieck
Vorstellung des Bildbandes „Verlorene Orte – Gebrochene Biografien“ im Dortmunder IBB (Internationales Berufsbildungszentrum ) zum 25. Jahrestag von Tschernobyl. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. Es sind Fotos, die der verheerenden Katastrophe von Tschernobyl ein Gesicht geben. Beeindruckend und bedrückend zugleich. Veröffentlicht werden sie in dem Bildband „Verlorene Orte – Gebrochene Biografien“, den das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) jetzt im Rahmen der Aktion „25 Jahre nach Tschernobyl“ herausgegeben hat.

„Weder in ihrem Land, in dem sie vollkommen allein gelassen werden, noch im restlichen Europa kennt man ihre Schicksale“, sagt IBB-Geschäftsführer Peter Junge-Wentrup. Gemeint sind die über 800 000 Menschen, die noch heute unter den Folgen leiden oder längst an den Folgen des Supergaus gestorben sind. Immerhin habe die Ukraine offiziell von 17 000 Toten gesprochen.

Allein 550 000 Menschen, so offizielle Zahlen aus 2006, sind am Reaktor im Einsatz gewesen. „Wir möchten, dass über Tschernobyl gesprochen wird, dass die Menschen, die ihr Leben gelassen haben, die sterbenskrank sind, nicht in Vergessenheit geraten“, betont Junge-Wentrup. Dazu soll auch das Buch dienen. „Das Verdrängen soll ein Stück durchbrochen werden.“ Und gleichzeitig könne das Buch dazu genutzt werden, sich über die Zukunft Gedanken zu machen, eine Zukunft mit erneuerbaren Energien, einer Zeit ohne Atomenergie.

16 Besuche am Unglücksort

Fotografiert wurden die Bilder von Rüdiger Lubricht, Fotograf aus Worpswede. Er besuchte in den zurückliegenden Jahren 16 Mal Tschernobyl und die Umgebung, suchte Zeitzeugen auf, dokumentierte in Bildern ihre teilweise erschreckende Geschichte. So gab er der unfassbaren Katastrophe Gesichter.

Dass darüber weiter gesprochen wird, dafür setzt sich das IBB seit Jahren ein. Und so wird es zu einer Diskussion im Deutschen Bundestag am 13. April über das Thema kommen, initiiert vom IBB. Ab 13 Uhr werden etwa 300 Vertreter mit Politikern im Bundestag diskutieren. Ein, zwei Tage später soll es dann zu einer Debatte über das Thema Tschernobyl im Deutschen Bundestag kommen.

Der Bildband umfasst 120 Seiten und kostet 25 Euro. Zu beziehen ist er u.a. beim IBB (www.ibb-d.de), ISBN 978-3-935950-11-4.

Gewinner stehen fest

Die Gewinner (M. Wojtkowiak, H.-D. Kletsch, R. Deimel, O. Hirsch, E. Spichale) stehen mittlerweile fest und wurden benachrichtigt.