Hurts spielen nur rekordverdächtige 65 Minuten in der Westfalenhalle Dortmund

Theo Hutchcraft , Sänger der Band „Hurts“. WR-Bild: Ralf Rottmann
Theo Hutchcraft , Sänger der Band „Hurts“. WR-Bild: Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. In rekordverdächtiger Zeit, quasi über Nacht, schossen Hurts im August 2010 mit ihrem „Wonderful Life“ in die europäischen Charts. Ebenso rekordverdächtig ihr Auftritt am Mittwoch bei der „Dortmunder Music Week“. Nach sage und schreibe 65 Minuten waren Theo Hutchcraft und Adam Anderson wieder von der Bühne in der Westfalenhalle verschwunden.

Der Auftritt von Hurts am Mittwoch im Rahmen der „Dortmunder Music Week“ war - abgesehen von 70 Minuten Britney Spears - das kürzeste Konzert aller Zeiten in der Westfalenhalle. Und die altehrwürdige Halle hat schon viele Gigs miterlebt.

Eng sitzende Anzüge, akkurat gegelte Kurzhaarfrisuren - Markenzeichen der Band aus Manchester. Und nicht nur die Promofotos auch die Bühne war fast ausschließlich in Schwarz-Weiß getaucht. Nur auf der LED-Leinwand flackerten farbige Bilder zu der Musik des Elektropop-Duos, das vor rund 4000 Fans um 21.30 Uhr auf die Bühne kam.

War am Vortag noch Musik der 80er Jahre mit den Simple Minds live zu hören, so nahmen Hurts die vorwiegend jungen Besucher musikalisch zumindest in diese Zeit mit. Denn sie klingen ein wenig wie eine Symbiose aus Depeche Mode und Duran Duran.

Maschinenbeats und der Einsatz des Synthesizers geben den Takt an diesem Abend vor, untermalt durch Geige, Cello und ein Piano, hier und da durch echten Gitarrensound. Hutchcraft und Anderson setzen sie sehr dosiert ein, nicht so überladen wie andere Musiker in den 80er Jahren. Das macht vielleicht auch den Reiz ihrer Musik aus, deren Rhythmus einem sofort in die Beine geht.

Und die Briten treten selbstbewusst auf. Schon als zweiten Song bringen sie unter dem Jubel der Menge ihr „Wonderful Life“, perfekt gespielt, kaum von der Plattenversion zu unterscheiden. Einfach steril, ohne große Leidenschaft. Und wenn, dann ist diese nur Teil einer Art Selbstinszenierung. Selbst live kommt die Stimme von Hutchcraft etwas poliert daher. Und damit schafft es das Duo dennoch, die Zuhörer unweigerlich und fest in seinen Bann zu ziehen.

Und vielleicht sind es auch die Texte, die Suche nach Glück und Zufriedenheit zum Inhalt haben, die bei den Fans ankommen. Und so verlassen die getreu des Albumtitels „Happiness“ gut gelaunt die Halle. Auch, wenn das Konzert nur 65 Minuten dauerte.

Nächster Termin bei der Musikwoche: Freitag, 20 Uhr, Ronan Keating, Open Air an den Westfalenhallen.

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