Hunderte Salafisten am Samstag in Dortmund

Eine Kundgebung sorgt für Besorgnis bei Dortmunds Kommunalpolitikern: Für Samstag hat der salafistische Wanderprediger Pierre Vogel eine Kundgebung an der Kampstraße angekündigt. Die CDU fürchtet nun, dass Dortmund zur Salafisten-Hochburg wird.

Dortmund. Um 14 Uhr soll die Kundgebung an der Ecke Kampstraße/Katharinenstraße stattfinden. In einem Video ruft Vogel auf seiner Homepage zur Teilnahme auf. Der Titel der Veranstaltung soll offenbar Verwirrung stiften "Gib islamischen Extremisten keine Chance".

Hunderte Teilnehmer angekündigt

Nach Einschätzung von Experten sind es hingegen Vogel und seine salafistischen Anhänger, die extreme Ansichten vertreten. Ursprünglich sollte die Kundgebung auf dem Friedensplatz stattfinden, doch diesen Versammlungsort konnte die Stadt mithilfe der Polizei abwenden.Für die Kampstraßeist laut Polizei nun eine Kundgebung mit 200 bis 500 Teilnehmern angemeldet. Gegen-Demonstrationen seien bislang nicht angemeldet, so Sprecherin Amanda Vorderderfler.
Die CDU-Fraktion im Ausschuss für öffentliche Ordnunghatte am Dienstag ihre Besorgnis darüber geäußert, dass Vogel zum zweiten Mal innerhalb von fünf Monatenzu einer Kundgebung kommt. "Wir möchten nicht, dass Dortmund zu einer Salafisten-Hochburg wird", stellte die ordnungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Christiane Krause, fest.

Stadt arbeitet an Konzept

Nach dem Motto "Wehret den Anfängen" will die Stadtverwaltung bis Mitte des Jahres ein Konzept zum Umgang mit extremistischen Salafisten vorlegen. "Wir haben in Dortmund kein Salafisten-Problem", stellte Rechtsdezernentin Diane Jägers (CDU) im Ausschuss für öffentliche Ordnung klar. Dschihadisten seien hier nicht bekannt, auch über etwaige Schläfer gebe es keine Erkenntnisse.

Die Salafisten bedienten sich derselben Strategien wie die Neonazis, so Jägers. Es gebe zwar keinen Anlass für Panik oder Hysterie, doch man wolle verhindern, dass Salafisten wie andernorts Wohnraum in Familienzentren umwandelten und Sportvereine oder Angebote der organisierten Kinder- und Jugendbetreuung unterwanderten. Einen entsprechenden Jugendtreff habe die Stadt bereits verdrängen können.

Gaby Kolle, Oliver Koch