Dortmund

Hund: Dortmunder Firma bietet DIESES Fressen an – „Es riecht ganz anders als normales Futter“

Wunschfutter-Geschäftsführerin Elizabeth Duck mit ihrer Hündin Izzy.
Wunschfutter-Geschäftsführerin Elizabeth Duck mit ihrer Hündin Izzy.
Foto: Wunschfutter

Dortmund. Nahrungsunverträglichkeiten, Allergien, spezielle Vorlieben oder auch vegetarisch: Nicht nur der Mensch hat bei seiner Ernährung Präferenzen. Auch der beste Freund des Menschen, der Hund, braucht mehr als Dosen- oder Trockenfutter. Genau diesem Bedürfnis hat sich das Unternehmen „Wunschfutter“ aus Dortmund gewidmet – und betritt dazu ungewöhnliche Wege.

Die Philosophie des Unternehmens: individuelles Futter auf jeden Hund einzeln abgestimmt, viel Fleisch und Gemüse, bis auf eine Sorte kein Getreide und das Ganze auch noch frisch zubereitet. Bereits seit 2011 gibt es „Wunschfutter“ schon.

Spezielles Futter für den Hund aus ungewöhnlichen Quellen

Im nächsten Jahr will das Unternehmen aber noch einen Schritt weiter gehen.

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Dann soll es nämlich nicht nur Rind, Huhn, Lamm, oder Kaninchen als Futter zu kaufen geben. Elizabeth Duck, seit Sommer 2019 Geschäftsführerin der Firma, sagt dazu: „Wir sind an Insektenfutter interessiert. Das wollen wir nächstes Jahr mal testen. Die ersten Muster dazu haben wir bereits bekommen und es riecht auf jeden Fall ganz anders und sieht auch anders aus als normales Trockenfutter.“

Insekten als Proteinquelle für den Hund

Insektenfutter bedeutet, dass das Futter eben nicht aus Schwein oder Rind hergestellt wird, sondern aus Insekten. So wie es in besonders in Asien sogar schon für Menschen normal ist, gegrillte Heuschrecken oder gebratene Maden zu essen, so will „Wunschfutter“ das nun für den Hund testen. Nächstes Jahr soll das Futter auf den Markt kommen. Da Insekten einen hohen Proteingehalt aufweisen, scheint das zunächst nicht die schlechteste Idee zu sein.

Elizabeth Duck (40) stammt aus den USA und wollte nach eigener Aussage immer schon mit Tieren aber auch vor allem für Tiere arbeiten. Als das Jobangebot bei „Wunschfutter“ kam, habe sie gar nicht ablehnen können.

Nahrungsunverträglichkeiten bei eigenem Hund führte zu Unternehmen

„Ich war als Kind schon sehr tierlieb und habe auch andauernd Tiere zur Pflege mit nach Hause gebracht. Da war Wunschfutter natürlich die Top-Stelle für mich“, sagt Duck im Gespräch mit DER WESTEN.

Einer der Gründer der Firma kam auf die Idee, weil sein eigener Hund Nahrungsunverträglichkeiten hatte. Und da es seiner Meinung nach 2011 keinen wirklichen Markt für Hundefutter gab, das speziell auf die Bedürfnisse des einzelnen Tieres abgestimmt ist, gründete er „Wunschfutter“ gemeinsam mit einigen anderen.

„Es wird bis 12 Uhr produziert, dann ist Schluss und das Futter wird noch am gleichen Tag verschickt, damit es auch wirklich frisch ankommt“, erklärt Elizabeth Duck.

Kein Getreide als Füllstoff

Bei der Zubereitung werde darauf geachtet, dass kein Getreide als Füllstoff benutzt wird, sondern nur hochwertiges Fleisch aus der Lebensmittelkette. Das bedeutet zum Beispiel: Eine Ente wird in Deutschland für den Menschen größtenteils für ihre Brüste gezüchtet und geschlachtet. „Wunschfutter“ will vermeiden, dass der Rest des Tieres weggeschmissen wird. Deswegen werden große Teile des Tieres dann als Hundefutter verarbeitet.

„Wir nehmen aber keine Abfälle, Reste oder gar Gammelfleisch. Bei uns werden vor allem die Innereien verwertet, aber auch Schultern vom Rind zum Beispiel als Snacks oder zum Drauf-Herum-Beißen. Wir möchten einfach, dass von einem Tier mehr verwertet wird als nur ein Körperteil.“

Vegetarisches oder veganes Futter bietet „Wunschfutter“ nicht an. Das habe aber nichts damit zu tun, dass das nicht gut sei. Sondern mit der Anforderung von Hunden an ihr Futter.

Veganes oder vegetarisches Futter gibt es nicht

„Es gab mal vegetarisches Futter im Angebot. Allerdings deckte dieses nicht alle wichtigen Nährstoffe ab. Denn wer seinen Hund vegan oder vegetarisch ernähren möchte, muss genau wissen, wie er es schafft, alle Bedürfnisse abzudecken. Inklusive des tierischen Proteins, das ein Hund braucht“, erklärt Elizabeth Duck. Und das sei nur durch das vegetarische Futter nicht möglich gewesen.

Um genau das passende Futter für den Hund herauszufinden, gibt es einen Futterberater online aber auch am Telefon. Das Futter wird nicht als Abo bestellt, sondern in unterschiedlichen Größen der Beutel. So gibt es auch Probierpackungen und 15-Kilo-Säcke für die großen Tiere.

Nicht für jeden Hund ist etwas dabei

Allerdings findet nicht immer jeder Hund bzw. Halter das Wunschfutter. „Gerade wenn der Hund krank ist oder extrem spezielles Futter benötigt, verweisen wir auf den Tierarzt. Denn wir haben ganz schön viel, aber können nicht alles abdecken.“

Preislich bewegt sich „Wunschfutter“ nicht gerade im Supermarkt-Bereich. 12 Dosen à 400 Gramm Nassfutter mit Rind und Süßkartoffel kosten zum Beispiel 34,90 Euro. Zum Vergleich: Ein ähnliches Produkt aus dem Zoohandel kostet (bei gleicher Menge) ungefähr die Hälfte.

„Allerdings ist bei vielen Nassfutter und Trockenfutter aus den Supermärkten eine Menge Getreide als Füllstoff drin. Und nicht immer ist ganz klar, welche Teile des Tieres denn nun verarbeitet wurden. Das ist bei uns anders“ betont Duck.

 
 

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