Hotelabriss behindert Dortmunder Bahnverkehr

Das legendäre Hotel Bender drohte bei den Abrissarbeiten auf die Bahngleise zu stürzen. WR-Bild: R. Rottmann
Das legendäre Hotel Bender drohte bei den Abrissarbeiten auf die Bahngleise zu stürzen. WR-Bild: R. Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Das zum Teil abgerissene Hotel Bender am Dortmunder Burgwall droht weiter auf die Bahngleise zu stürzen. Mehrere Gleise sind gesperrt. Die ICE aus und nach Berlin halten derzeit nicht am Hauptbahnhof.

Der Abriss des Einsturz gefährdeten Hotel Bender in Dortmund bremst weiter den Bahnverkehr. Drei Gleise mussten gesperrt werden. Deshalb machen die ICE von und nach Berlin derzeit um den Hauptbahnhof einen Bogen. „Der Dortmunder Hauptbahnhof wird nicht angefahren“, bestätigte ein Bahnsprecher auf Nachfrage. ICE-Fahrgäste, die in Dortmund aus- oder zusteigen wollen, müssen bis Bochum fahren, riet er, und den Nahverkehr nutzen. Doch auch im Nahverkehr kommt es wegen der Gleissperrung zu Verspätungen. Mindestens bis zum Nachmittag sollen die Störungen anhalten.

Am Freitag drohte der Dachgiebel des Hotels auf die Fahrbahn und die angrenzenden Bahngleise zu fallen. Die Polizei hatte bis gegen 20.30 Uhr aus Sicherheitsgründen die Straße Burgtor in beiden Richtungen für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr komplett gesperrt. Auch die drei südlichen Gleise der Deutschen Bahn im Bereich des Hauptbahnhofes mussten vorsorglich gesperrt werden.

Verbindungen der Deutschen Bahn kamen ab 18.30 Uhr zum Erliegen. Polizei, Feuerwehr und Bauordnungsamt waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Später kamen auch noch Statiker und Experten der DEW, weil Teile der Ruine auf eine nahe liegende Fernwärmeleitung zu stürzen drohten. Der Verkehr staute sich.

Sperrung über Nacht

Nachdem die Verantwortlichen den Gefahrenbereich begutachtet hatten, konnte die Polizei den Straßenverkehr am Burgtor in Richtung Innenstadt wieder freigeben. Die Fahrbahn und auch der Gehweg in Richtung Norden (vom Burgwall stadtauswärts) blieben bis auf Weiteres gesperrt und werden durch die Stadt abgesichert.

Der Verkehr wurde am Burgwall und an der Steinstraße abgeleitet. Auch Fußgänger durften den Bereich rund ums Burgtor nicht mehr passieren. Zu groß war die Gefahr, dass sie von herunterstürzenden Betonteilen verletzt werden. Rund um das ehemalige Hotel stellten die Sicherheitskräfte neue Bauzäune auf.

Große Probleme bereiteten den Experten die direkt am Hotel verlaufende Bahntrasse in Richtung Hauptbahnhof. Da auch Gesteinsbrocken auf die Gleise hätten stürzen können, waren zwei Gleise an der Abbruchstelle für Stunden gesperrt. Der Zugverkehr wurde im Laufe des Abends auf die verbliebenen freien Gleise umgeleitet. Dennoch kam es zu erheblichen Verspätungen von bis zu einer Stunde. Betroffen waren vor allem die Züge aus Hamm und Münster, die nicht in den Bahnhof hineinfahren konnten. Den gesamten Abend über gab es Verzögerungen, ehe sich der Bahnverkehr zunehmend normalisierte.

Im Berufsverkehr staute sich der Autoverkehr auf dem Wall. Die Durchfahrt am Burgtor soll die ganze Nacht über gesperrt bleiben. Der Eigentümer, ein Investor aus Aplerbeck, hatte am Abend Ingenieure beauftragt, die Standfestigkeit der Ruine zu überprüfen. Diese kamen zu dem Ergebnis, dass ein Einsturz nicht auszuschließen sei. Abgesperrt war der Bereich weiträumig, ab der Leopoldstraße/Ecke Steinstraße war lange kein Durchkommen in Richtung Wall. Auf dem Wall führte die Sperrung zu langen Staus. Wer in Fahrtrichtung Lünen unterwegs war, musste den Bereich gleichfalls weiträumig umfahren.

Abriss-Arbeiten sollten eigentlich nachts weitergehen

Ein Notfall-Manager der Deutschen Bahn war vor Ort und versuchte, die zahlreichen Anfragen zu beantworten. Über den Eigentümer der Ruine wurde der Abriss-Unternehmer aus Castrop-Rauxel informiert. In der Nacht sollten die Arbeiten eigentlich weitergehen.

Die Abbrucharbeiten am Hotel Bender hatten in dieser Woche begonnen. Auf dem Gelände des Hotels soll ein 60 Meter hohes Bürogebäude mit zwanzig Stockwerken entstehen.

 
 

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