Hochkarätiges Programm

Dortmund. „Brandneues und Altbewährtes” versammelt der neue Kulturkalender laut Geschäftsführer Klaus Becker des Harenberg City-Centers (HCC) bis Juli 2010.

Kammermusik und HCC Kolleg allerdings sucht man vergeblich - beide Reihen machen angesichts des Überangebots durch die Kulturhauptstadt Pause und werden erst 2011 wieder aufgenommen. „Ich halte sehr wenig davon, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen”, so Becker. „Außerdem war es schon schwierig genug, 40 gute Veranstaltungen zu finden” - schließlich seien viele Künstler im Kulturhauptstadt-Jahr verbucht. Dass trotzdem Hochkaräter wie Judith Hermann, Elke Heidenreich, Rufus Beck, Jürgen Domian und Joachim Gauck auftreten, sei insbesondere den Förderern zu verdanken: „Ohne sie wäre es nicht möglich, ein solches Programm auf die Beine zu stellen”, sagt Klaus Becker.

Das HCC-Jahr eröffnet mit einer Multivision-Show von Fotograf Peter Gebhard, der vom „Abenteuer Island” berichtet (25. Januar). Weniger romantisch dürfte es mit dem Soziologen und Journalisten Matthias Horx werden, der in seinem „Buch des Wandels” zeigt, welche Chance in Krisen steckt (16. Februar). Ebenso in der Gegenwart hält sich der Ex-„Stern”-Chefredakteur Michael Jürgs mit „Seichtgebiete” auf: Die Verdummung der Gesellschaft und die Trivialisierung der Medien sind seine Themen (14. April). Da hält es Schauspieler Siemen Rühaak schon eher mit greifbarer Gemütlichkeit und verbindet Kunst und Kulinarisches, einmal gar mit Krimi (13. Februar & 13. März). Tradition haben ebenso die Dorfmitteilungen von Fritz Eckenga (ab 28.2.).

Die Zusammenarbeit mit dem Theater hat Tradition. Zwei Neuinszenierungen warten: Mit demRuhr.2010-Projekt „Element X” will das Ballett unter Xin Peng Wang sowohl das Ruhrgebiet als Lebensraum als auch Hans Werner Henzes Musik auf neue Art deuten (ab 24. April). Einen Bankier, der glaubt, nur wenn er Geld anhäufe, könne er dessen Bedeutung negieren, rückt das Schauspiel in den Mittelpunkt mit Claus Dieter Clausnitzer und Anne Breitfeld in Fernando Pessoas Stück (ab 6. März).

Trotz der Kammermusik-Pause soll das Halbjahr auch gut klingen - was durch die Konzerte des Klavier-Festivals Ruhr gelingen dürfte: Sowohl Amir Tebenikhin (14. Mai), Gewinner des Internationalen George Enescu Wettbewerbs, als auch das Klavierduo Maki Namekawa und Dennis Russell Davies (16. Juli) treten auf. Info: 0231-9056166.

www.hcc-dortmund.de

 
 

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