Hilfe für die häuslichen Helfer

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Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. Jeden Tag kümmert sich die Tochter um die pflegebedürftige Mutter. Der Sohn hingegen hält sich aus der Pflege heraus. Während die Tochter der Belastung kaum standhalten kann – ihre Gesundheit in Gefahr ist – glaubt der Sohn, seine Hilfe sei gar nicht erwünscht. – Ein häufiger Konflikt.

„In vielen Familien, in denen ein Angehöriger gepflegt wird, gibt es Meinungsverschiedenheiten“, weiß Elfie Böttger-Bohlen aus langjähriger Berufserfahrung in der ambulanten Pflege. Wer übernimmt welche Aufgabe? Ist es besser, die Hilfe von geschulten Kräften in Anspruch zu nehmen? Sind solche Fragen nicht geklärt, kann es zu großen Problemen führen – für alle Familienmitglieder.

Projekt zur Prävention pflegender Angehöriger

Das hat auch Prof. Dr. Angelika Zegelin, Expertin für Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke im Rahmen ihres Projektes zur Prävention für pflegende Angehörige herausgefunden. Und deshalb die Idee, so genannte Familienmoderatorinnen auszubilden, entwickelt.

Mit Elfie Böttger-Bohlen und Gisela Supsar haben nun zwei Dortmunderinnen die Weiterbildung „Moderation von Konfliktgesprächen“ bei der Unfallkasse NRW absolviert. Beide Frauen sind ausgebildete Krankenschwestern, haben je 14 und 19 Jahre in der ambulanten Pflege gearbeitet und sind mittlerweile als Pflegeberaterinnen selbstständig tätig.

Anfragen sammeln

Das Ziel des Projektes ist: In Familien, in der eine Pflegesituation besteht und es zu einer Meinungsverschiedenheit gekommen ist, alle an einen Tisch zu bekommen, um gemeinsam zu überlegen, wie die Pflege organisiert werden kann. „Dafür braucht es manchmal eine neutrale Stelle von außen, die vermittelt“, meint Supsar.

In dem obengenannten Fall der beiden Geschwister kann dann zum Beispiel klar werden, dass die Tochter Hilfe braucht und der Sohn bereit wäre, mitzuhelfen. „Es muss klar sein, was jeder beitragen kann, wo die Fähigkeiten und wo die Grenzen der Familienmitglieder sind“, erklärt Böttger-Bohlen.

Die beiden Dortmunderinnen sammeln noch Anfragen von interessierten Familien, die das Angebot in Anspruch nehmen möchten. „Wir sind zurzeit in Gesprächen mit einer Pflegekasse, die eine Moderation finanziell übernehmen möchte“, erklärt Böttger-Bohlen. Die Hoffnung ist, dass sich die anderen Krankenkassen dann anschließen. „Auch der Kostenträger profitiert davon, wenn eine ambulante Versorgung optimal gelöst ist“, ist Gisela Supsar überzeugt.

Wer sich für das Angebot interessiert, meldet sich telefonisch unter 0231/1377654 oder per E-Mail unter boettgerbohlen@ratgeber-pflegegeld.de.

 
 

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