"Highway to Love" auf der B1 einmalig

Foto: WR

Am Ende hatte keiner den Knopf. Loveparade-Chef Rainer Schaller nicht und erst Recht nicht Maximilian Lenz alias DJ Westbam. Es war der Moment, da die Macher der Megaparty eigentlich die Hymne für die Loveparade 2008 abfahren wollten: "Highway to Love".

Ein Techniker fand schließlich doch unter vielen Reglern den richtigen. Der Show-Effekt war dahin - der Loveparade wird's nicht schaden. Gestern ließen die Organisatoren im Dortmunder Jazzclub „domicil”, wo regelmäßig Weltstars spielen, elektronische Klänge nur manchmal und Technobeats eher selten zu hören sind, die Katze aus dem Sack.

Die Loveparade am 19. Juli auf der B 1 in Dortmund wird die größte aller Zeiten, mit der größten Tanzfläche aller Zeiten, mit der längsten Abschlusskundgebung aller Zeiten (sieben Stunden!), mit der längsten TV-Liveübertragung aller Zeiten (nonstop), mit den meisten Fernsehzuschauern aller Zeiten, mit den meisten Techno-Trucks („Floats”) aller Zeiten und mit der hochkarätigsten DJ-Besetzung („Line-up”) aller Zeiten. Man gibt sich eben bescheiden.

Auch bei der Besucherzahl. 1,2 Millionen Technofans waren es 2007 bei der Ruhrgebiets-Premiere in Essen. „Bei gutem Wetter”, sagt Schaller, „wollen wir diese Zahl natürlich toppen.” Natürlich wird Westbam dabei sein, natürlich auch die weltweit mit Preisen hoch dekorierten Paul van Dyk und Armin van Buuren. Underworld haben zugesagt, Live-Acts wie Dubfire und Audion auch. Superstar Moby würde gerne kommen, weiß aber noch nicht. Und die Martini Brös werden mit einem achtköpfigen Streicher-Ensemble auftreten - Klassik auf dem weltgrößten Techno-Rave, auch dies natürlich: erst- und einmalig!

Wem all diese Namen nichts sagen, dem sei gesagt: Das ist in etwa so, als würden die Rolling Stones, U2, Pink Floyd und R.E.M. an einem Tag hintereinander weg auf einem Rock-Festival spielen. Oder, mit Westbamds Worten: „Respekt. Das hört sich schon ziemlich amtlich an.” „Der Umzug in die Metropole Ruhr hat die Loveparade nach vorne katapultiert”, sagt Schaller. „Sie befindet sich in einer neuen Hochphase.” Was den Inhaber einer Fitness-Kette, der pro Jahr drei Millionen Euro in sein Hobby „Loveparade” steckt, besonders stolz mache: Dass eine Forsa-Umfrage zur Kulturhauptstadt „Ruhr.2010” die Loveparade mit 90 Prozent als bekannteste Kulturveranstaltung der Region ermittelte.

Meilenweit vor „Bochum total” (53 %) und der „Ruhr-Triennale” (49 %). „Und das”, so Sattler, „nach dem ersten Jahr.” Dem ersten Jahr von fünf, denn auf Essen und Dortmund folgen Bochum (2009), Duisburg im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 und Gelsenkirchen 2011. Und danach? Hanns-Ludwig Brauser, Geschäftsführer der „metropoleruhr GmbH”, äußerte schon einmal Begehrlichkeiten für fünf weitere Jahre. Nicht zuletzt, weil Expertenschätzungen den Marketing-Wert der Technoparty auf 25 Millionen Euro beziffern. Brauser weiß aber auch: Die Interessenten für die Zeit nach 2011 stehen schon Schlange. Jede Parade bis dahin ist ein Schaulaufen für danach.

Für Dortmunds Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer steht fest, dass die Loveparade angekommen ist, wo sie hingehört: In einer „lebendigen Metropolregion”. Der Standort sei perfekt. „ Solche Ereignisse passen einfach in diese Gegend.” Langemeyer selber wird am 19. Juli mitzappeln. „Ich hab' den Urlaub so geplant, dass das passt."

 
 

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