Herbert Grönemeyer begleitet Jools Holland im Dortmunder FZW

Michael Schmitz u. Andreas Winkelsträter
Herbert Grönemeyer kommt als Überraschungsgast des Pianisten Jools Holland ins FZW nach Dortmund. Foto: Anton Corbijn
Herbert Grönemeyer kommt als Überraschungsgast des Pianisten Jools Holland ins FZW nach Dortmund. Foto: Anton Corbijn
Foto: Veranstalter

Dortmund. Sonst spielt er vor 60.000 Fans, füllt große Konzerthallen – in Dortmund sind es nur 800: Herbert Grönemeyer gibt am 15. September ein Gastspiel im FZW, als Überraschungsgast des britischen Pianisten Jools Holland.

Aus Bochum kommt er, auf Schalke hat er immer ein Heimspiel: Wenn Herbert Grönemeyer singt, liegen ihm in der Arena zuverlässig 50 000 bis 60 000 Fans zu Füßen. Herbie kann es aber auch eine Nummer kleiner: Am 15. September tritt er live im Dortmunder FZW auf. Mutig geschätztes Fassungsvermögen bei diesem Live-Gig: rund 800 Gäste.

„Ein Meilenstein“, sagt FZW-Booker Volker May, und eine Premiere. Für das FZW, das aus einem Stadtteilzentrum hervorging und seit gut zwei Jahren unter privater Leitung steht, bedeutet die Verpflichtung von Grönemeyer einen enormen Imageschub. Normalerweise füllt der deutsche Weltstar ganze Arenen, nun spielt er in einem intimen Rahmen vor nur wenigen hundert Gästen. „Man muss nur die richtigen Leute kennen und eine Portion Glück haben“, sagt May, denn die Gage für einen Star dieser Größenordnung kann sich der kleine Club nicht leisten.

„Das Konzert wird schnell ausverkauft sein“

Dass Grönemeyer nach Dortmund kommt, hat ausgerechnet viel mit einem Engländer zu tun. Jools Holland (53) gilt in Großbritannien als Mega-Star, seine BBC-Musikshow „Later... with Jools Holland“ ist Kult und läuft bereits seit 1992, in Deutschland ist sie auf dem ZDF-Kulturkanal zu sehen. In der Sendung geben sich arrivierte Künstler die Klinke in die Hand, sie ist aber auch ein Durchlauferhitzer für Newcomer oder neue Musikrichtungen. Nach einem Interview jammt Pianist Holland mit seinen Gästen fürs Studiopublikum. Supergitarrist Eric Clapton war da, Ex-Beatle Ringo Starr und der 2001 verstorbene George Harrison, zu dem Holland eine enge Beziehung pflegte, Amy Winehouse, Bono, Jamiroquai, die Sugababes, der medienscheue Grantler Van Morrison, David Gilmour (Pink Floyd), Tom Jones, ­undundund. Die musikalischen Produkte seiner ausgezeichneten Beziehungen wirft Holland in der CD-Reihe „Friends“ auf den Markt.

Bislang sind vier Alben erschienen, das fünfte feiert seine Deutschland-Premiere in Dortmund mit Herbert Grönemeyer als Überraschungsgast. Mit „Jools Holland & Friends“ wagt sich der Brite erstmals in den deutschsprachigen Raum. Hier kennt ihn als Musiker, auf gut Deutsch gesagt, kein Schwein, aber „in Großbritannien ist er ein Superstar. Er hat dort mehr als zwei Millionen Alben verkauft“, weiß FZW-Manager May. Album Nummer 5 stellt eine Auswahl der besten Lieder aus Hollands Karriere dar. „Ich habe sie ergänzt mit brandneuen Songs, die ich mit deutschen und österreichischen Künstlern in den vergangenen Wochen aufgenommen habe“, sagte Holland in einem Interview mit der österreichischen Zeitung „Die Presse“. Neben Herbie sind Roger Cicero, Ina Müller , die Österreicherin Valerie, die Baseballs sowie Axel und Torsten Zwingenberger vertreten – in bester Gesellschaft mit Stars wie Sting, Norah Jones, Paul Weller, Nick Cave und Marc Almond (Soft Cell), der auch im FZW auftreten wird. Grönemeyer interpretiert auf der CD ein Lied des sarkastischen US-Songwriters Randy Newman – „Marie“. Kann das – bei Herbies stimmlichen Qualitäten – gutgehen? Jools Holland ist davon überzeugt. „Seine Stimme ist erstaunlich. Ich liebe sie. Er berührt die Seelen seines Publikums“, sagt er.

Wie Holland & Herbie sich anhören, erfährt leider nur ein begrenzter Kreis von Fans. Im FZW gibt es 600 Sitz- und 200 Stehplätze. Volker May ist überzeugt: „Das Konzert wird schnell ausverkauft sein.“