Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund

Michael Kohlstadt
Der Flughafen will länger fliegen lassen. Der RVR ist dagegen.
Der Flughafen will länger fliegen lassen. Der RVR ist dagegen.

Dortmund. Herber Rückschlag für die Ausbaupläne des Flughafens: Überraschend erteilte der Regionalverband Ruhr (RVR) gestern dem Antrag des Airports auf Betriebszeitenverlängerung eine Absage. Eingeweihte halten das für eine Vorentscheidung im Genehmigungsverfahren.

In seiner Stellungnahme teilte der RVR mit, dass die Verlängerung der Betriebszeiten dem geltenden Regionalplan widerspricht. Das in der Regionalplanung formulierte Ziel, den Flughafen in seinem derzeitigen Bestand zu sichern, werde „mit der Verlängerung der Betriebszeiten und den daraus resultierenden Veränderungen bei den Lärmschutzgebieten überschritten“, heißt es in dem Papier. Gegen die beantragte Betriebszeitenverlängerung bestünden „erhebliche Bedenken“. Flughafenleitung und Stadt Dortmund sind vom RVR über das Ergebnis bereits in Kenntnis gesetzt worden, der Brief an die Bezirksregierung Münster als Genehmigungsbehörde ist unterwegs.

Das Urteil des Regionalverbandes ist für die Entscheidung über die Betriebszeiten in Wickede von großer Bedeutung. Der RVR ist seit 2009 Träger der Regionalplanung und muss als solcher von der Genehmigungsbehörde in Münster gehört werden.

Seitens der Bezirksregierung besteht eine so genannte Beachtungspflicht. Insider gehen davon aus, dass Münster den Spruch der Planungsbehörde nur schwerlich ignorieren kann. Sein Urteil hat sich der RVR ausgerechnet auf Grundlage derjenigen Gutachten gebildet, die der Flughafen selbst für die Genehmigung ins Feld geführt hatte.

Fluglärm in Dortmund und Unna

Dabei geht es im wesentlichen um Beeinträchtigungen nicht in Dortmund, sondern in Unna. Denn durch die Erweiterung der Flugzeiten in die Nacht hinein dehne sich der Lärmschutz-Korridor um 3,6 Kilometer auf das Stadtgebiet der Nachbarstadt aus, sagte ein RVR-Sprecher der WAZ. Dies ziehe aber einen erheblichen Eingriff in die kommunale Planungshoheit Unnas nach sich und sei mit der bestehenden Regionalplanung nicht vereinbar. Gestoppt werden könne diese Entwicklung nur durch eine Änderung des Landesentwicklungsplans. Dies jedoch müsste die Landesregierung mit Landtagsmehrheit beschließen.

Wie berichtet, liegen in Münster bereits rund 14 500 Einsprüche von Bürgern gegen die Flugzeitenverlängerung vor. Gestern endete die Einspruchsfrist. Nun ist die Bezirksregierung am Zug.