Helmut Diegel wird IHK-Chef in Bochum

Michael Kohlstadt
Sind bald eine Art Kollegen:  Dortmunds IHK-Präsident Udo Dolezych (l.) und Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz (r.) mit Ex-Regierungspräsident Helmut Diegel, der bald IHK-Hauptgeschäftsführer in Bochum wird. Foto: Luthe
Sind bald eine Art Kollegen: Dortmunds IHK-Präsident Udo Dolezych (l.) und Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz (r.) mit Ex-Regierungspräsident Helmut Diegel, der bald IHK-Hauptgeschäftsführer in Bochum wird. Foto: Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund/Bochum. Neuer Job für Helmut Diegel (CDU): Der in Dortmund nicht unumstrittene frühere Arnsberger Regierungspräsident wird ab 1. Januar Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet in Bochum.

Der ehemalige Arnsberger Regierungspräsident Helmut Diegel (54) hat einen neuen Job: Er löst in Bochum den langjährigen IHK-Hauptgeschäftsführer Tillmann Neinhaus ab, der im Frühjahr in den Ruhestand geht. Die Wahl Diegels ist nicht ohne pikante Note: Denn nicht nur in Dortmund, sondern auch im hochverschuldeten Bochum war Diegel in seiner Rolle als Chef der Kommunalaufsicht angeeckt. Auch dort schaute CDU-Mann Diegel der SPD-Stadtregierung in punkto Haushaltsführung besonders genau auf die Finger. So machte er die Planungen für das neue Bochumer Konzerthaus zunichte, weil er keine Haushaltsgenehmigung erteilte.

Treibende Kraft im Dortmunder Haushalts-Skandal

Im Dortmunder Haushaltsskandal galt Diegel als treibende Kraft. Seine Anfechtung der Kommunalwahl brachte den Stein ins rollen, der zur spektakulären Wiederholung der OB-Wahl am 9. Mai dieses Jahres führte. Mit Ex-OB Gerhard Langemeyer lag Diegel überdies sogar juristisch überkreuz.

Bochums IHK-Präsident Gerd Pieper unterstrich im Gespräch mit der WAZ, dass Diegel allererste Wahl für das Amt gewesen sei. Diegel habe sich „unter 50 Bewerbern“ durchgesetzt. Die Vollversammlung habe ihn einstimmig gewählt, nicht weil, sondern obwohl er Regierungspräsident gewesen sei. „Er hat bei der Vorstellung einen exzellenten Eindruck hinterlassen“, so Pieper, der auch BVB-Vizepräsident ist.

Im neuen Job wird parteipolitische Neutralität erwartet

Die IHK zu Dortmund beglückwünschte die Bochumer Kammer gestern zu ihrer Wahl. Man freue sich auf die Fortführung der erfolgreichen Zusammenarbeit beider Kammern.

Dass die neue Stellung, in der parteipolitische Neutralität erwartet wird, das Ende aller politischen Ambitionen des CDU-Mannes besiegelt, ist übrigens nicht ausgemacht. Auch CDU-Frau Christa Thoben brachte Kammer-Erfahrung in ihr Amt als Wirtschaftsministerin der Rüttgers-Regierung mit. Sie war zuvor IHK-Hauptgeschäftsführerin in Münster.