Helga Uthmann mit 80 Jahren gestorben

Eine Institution der Dortmunder Kulturlandschaft ist tot: Kammerschauspielerin Helga Uthmann starb am Samstag nach kurzer und schwerer Krankheit, vier Monate nach ihrem 80. Geburtstag zu Hause in Neubeckum.

Dortmund.. Man kann sich die Kulturlandschaft in Dortmund gar nicht ohne die freundliche Schauspielerin vorstellen, die mit blitzenden Augen das Theaterleben wach beobachtet hat. 1978 kam sie nach Dortmund. 30 Jahre hat sie am Schauspiel große Rollen gespielt. Immer eindrucksvoll.

Helga Uthmann war die Frau für lange Serien: 180-mal hat sie die "Magd Zerline" gespielt. Erst im Schauspielhaus, dann im Museum an der Hansastraße, später noch 50-mal im Harenberg-Haus. Sie war die Magd Zerline. Mit Leib und Seele und ihrem großen Herzen. Bis 2007.

Rosen zum Geburtstag

Kein Konzert hat es Heiligabend im Opernhaus gegeben, bei dem Helga Uthmann nicht aus ihrem Schatz von Geschichten gelesen hat. Meist war auch Claus Dieter Clausnitzer dabei, mit dem sie ab 2007 bei Harenberg "Josef und Maria" von Turrini gespielt hat.Zu ihrem 80. Geburtstag im Mai hat das Harenberg-Haus die Schauspielerin besonders überrascht. Zu ihrer Lesung "Maigeburtstage" ging sie durch ein Spalier von 80 Zuschauern mit Rosen in der Hand.

Theater: "Warmherzige Kollegin"

Ihr erstes Engagement bekam Uthmann nach dem Studium an der Folkwang-Hochschule Essen in Mülheim. Über Düsseldorf und Hildesheim kam sie nach Dortmund. 1998 wurde sie zur Kammerschauspielerin ernannt. "Wir verlieren eine wunderbare Schauspielerin, warmherzige Kollegin und engagierte Künstlerin", trauert das Theater.

Heiligabend 2012 hat Helga Uthmann im Opernhaus gesagt, dies sei ihre letzte Lesung, es sei ihr zu viel. Richtig geglaubt hat das keiner. Sie wird fehlen im Kulturleben. Als Geschichtenerzählerin, als Schauspielerin und als Mensch.

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